Schrill, bunt und politisch

<strong>Artikel 20 des Grundgesetzes im Fokus:</strong> Frank-Egon Naß, Mandy Schubert und Sebastian Reinke vom Verein CSD Rostock<foto>Matthias Bannert</foto>
Artikel 20 des Grundgesetzes im Fokus: Frank-Egon Naß, Mandy Schubert und Sebastian Reinke vom Verein CSD RostockMatthias Bannert

svz.de von
08. Juli 2010, 10:14 Uhr

Stadtmitte | Am Sonnabend, 17. Juli, wird es schrill und bunt in Rostock. Denn dann findet zum achten Mal der Christopher Street Day (CSD) statt, die größte Schwulen- und Lesbenparade in Mecklenburg-Vorpommern. Organisiert wird das Straßenfest vom Verein CSD Rostock. Die Ehrenamtler arbeiten bereits das ganze Jahr an der Umsetzung der Ideen. "Jetzt hoffen wir, dass das Wetter so bleibt", sagt Mitglied Frank-Egon Naß.

Grundgesetz soll geändert werden

Das diesjährige Motto "Kopf frei für Artikel drei" ist eine Anspielung auf das Grundgesetz, in dem zwar die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes, der Abstammung, der Sprache, der Herkunft und der politischen und religiösen Anschauung verboten wird, in dem jedoch die sexuelle Orientierung und Identität außen vor bleiben. "Wir möchten eine Grundgesetzänderung erwirken", sagt Naß. Auch wenn sich die entsprechende Initiative bisher nicht durchsetzen konnte. "Es ist Zeit, das Grundgesetz auf den neuesten Stand zu bringen", so Naß.

Doch der CSD ist mehr eine Partymeile als eine politische Demonstration. Naß sieht darin kein Problem. "Wir haben über die vielen Jahre eine eigene Art entwickelt, um für unsere Rechte zu kämpfen", erklärt der Aktivist. "Wir zeigen lieber unseren Lebensstil und der ist schrill und bunt." Dennoch sei der CSD nicht nur eine lustige Party, sondern auch eine Form der Demonstration. "Wir erleichtern den Menschen den Zugang zur gleichgeschlechtlichen Liebe."

Der Rostocker CSD sei sehr beliebt, sagt der Vereinsvorsitzende Sebastian Reinke. "Hier ist alles sehr familiär." Zur Parade hat sich eine Reihe von Stars angekündigt. Hauptact ist Fräulein Menke, die mit Hits wie "Hohe Berge", "Traumboy" oder "Tretboot in Seenot" für Stimmung am Kröpeliner Tor sorgen wird. "Dort auf der Bühne werden auch die Casting-Show-Siegerin Elli Erl und die britische Songschreiberin Katie Marie auftreten", so die Programmverantwortliche Mandy Schubert. Ihren großen Auftritt wird außerdem die Rostocker Sängerin Jule haben. Die Moderation kommt vom Ostseewelle-Star André Schneider und von der Travestie-Moderatorin Daphne de Bakel. Der Umzug verläuft ab 15 Uhr vom Kröpeliner Tor, über die Pädagogienstraße, August-Bebel-Straße, Neuer Markt, Lange Straße zurück in die Kröpeliner Straße.

Nach dem Straßenfest geht es dann zum Feiern in den nur wenige Meter entfernten Club Moya. Mehr als 2000 Menschen werden erwartet - auch am Rand der Parade. Sie werden zeigen, wie bunt Rostock ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen