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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 12:06 Uhr

Schmucker Kutter am Alten Strom

vom

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 09:35 Uhr

Warnemünde | Sie sind neben den Fischerhäusern das Markenzeichen am Alten Strom: die hölzernen Kutter. Sie zieren unzählige Postkarten, Bilder und prägen das Ortsbild. Daher mag sich keiner vorstellen, wie es ohne sie aussehen würde. Immer wenn ein Kutter ausgemustert wird, macht sich Wehmut in Warnemünde breit.

Umso schöner ist, dass sich jetzt ein neuer historischer Kutter dazugesellt hat. Fischer Oliver Silweschack und Neffe Robert Ahnfeld haben gemeinsam die "WAR-58" ins Ostseebad geholt, einen weißen Kutter mit schwarzer Bauchbinde. Der 52-Jährige ist gebürtiger Warnemünder, er hat hier Fischer gelernt und ist zeitweise bei Dieter Borgwardt gefahren. Der hat sich gestern das Schiff angeguckt.

Angelfahrten wird es hier nicht geben

Die "WAR-58" ist Baujahr 1950, knapp 18 Meter lang und 5,60 Meter breit. "Die Vorbesitzer haben es gut gepflegt", sagt Silweschack. "Das muss man, wenn es gut in Schuss bleiben soll, sonst kommt man irgendwann nicht mehr hinterher", sagt er und ergänzt: "Als Fischer ist man immer alles in einer Person, Holzwurm, Elektriker und Maler", sagt Silweschack, der die entsprechenden Patente als Schiffsführer, für Nautik und die Maschine besitzt. Er ist zwischenzeitlich auf der Nordsee und in Holland gefahren und jetzt wieder zurückgekehrt.

Momentan wird hier noch die Eismaschine für den Fischraum eingebaut, in dem 300 Kisten mit fangfrischem Fisch lagern können. Mitte September startet Silweschack mit dem Fischen. Und er macht noch mehr: Er bildet seinen Sohn Philipp (23) und Daniel Grünert zum Fischer aus. "Das ist doch ein ehrbarer Beruf", sagt der Vater. Zur Berufsschule müssen die Azubis nach Rendsburg.

Angelfahrten wird es mit diesem Kutter nicht geben. "Wir sind ein Fischereibetrieb, darauf konzentrieren wir uns", sagt Silweschack, den die meisten Warnemünder von früher nur als Olli kennen. Das Trio wird beim Fangen immer zu Mehrtagestouren aufbrechen. Der Fisch wird auch nicht auf der Kante verkauft, wie die Fischer die mobilen Stände auf der Mittelmole bezeichnen, sondern an Genossenschaften und Großhändler in der Region.

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