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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 13:06 Uhr

Schluss mit Schmusen

vom

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2007 | 10:29 Uhr

Kurt Beck ist auf den Geschmack gekommen. Gerade noch verspottet und als personifiziertes Problem der SPD ausgemacht, hat sich der SPD-Vorsitzende mit seinem Erfolg im Machtkampf mit Franz Müntefering eindrucksvoll zurückgemeldet. Angespornt von der neuen Unterstützung aus seiner Partei und dem positiven Presseecho legt der wackere Pfälzer nach. Nun also doch: Schärferes Profil, neuer Regierungsstil und auch das letzte Wort über weitere Korrekturen an der Agenda 2010 dürfte noch nicht gesprochen sein.
Beck will weg vom schwarz-roten Schmusekurs. Schließlich hat die SPD als Juniorpartner in dieser harmonischen Regierungsehe bislang nicht profitieren können. Anders als der Vizekanzler will der Parteichef mehr Konfrontation und weniger Kooperation. Beck macht klar, wer die Richtlinien der Politik der Sozialdemokraten bestimmt. Müntefering gerät mehr und mehr ins Abseits.
Mag man über die inhaltlichen und programmatischen Schwenks des SPD-Chefs streiten - machtpolitisch macht er zurzeit alles richtig. Beck hat nicht nur den Wahlkampf eröffnet, sondern auch indirekt seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur angemeldet. Er will mit seiner eigenen Agenda die Auseinandersetzung mit Angela Merkel aufnehmen. Rückt er die SPD weiter nach links, weg von der Neuen Mitte, auf die Gerhard Schröder 1998 beim Regierungswechsel erfolgreich gezielt hatte, könnten er und die SPD allerdings mehr verlieren als gewinnen.

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