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21. November 2017 | 22:34 Uhr

Schlossherren träumen vom Trauzimmer

vom

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 09:54 Uhr

Groß Lüsewitz | Nicht nur die Sonne hat gestern in Groß Lüsewitz gestrahlt. Auch Sandra und Volker Oelschläger stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Nach zwei Jahren Kampf um das Schloss wurde am Nachmittag der Notarvertrag unterschrieben, der aus dem Pächter-Paar Schlossbesitzer macht.

Dachgeschoss wird für Büros ausgebaut

Doch das Objekt ihrer Begierde sieht noch lange nicht aus wie im Märchen. "Dieses Jahr ist zuerst einmal die komplette Dachsanierung dran", gibt Oelschläger einen Einblick in den Bauablaufplan. Rund 700 000 Euro will das Paar mit Hilfe von Krediten und auch unter Nutzung von Fördermitteln in den nächsten Jahren investieren. "Unser Ziel ist, dass wir in drei Jahren mit allem durch sind", nennt der Hausherr den zeitlichen Rahmen.

Die Nutzfläche des alten Rittergutes soll dann in drei Bereiche aufgeteilt werden: Die Büro- und Schulungsräume des Ehepaars und ihrer fünf Angestellten liegen im Erd- und ersten Obergeschoss. Dort befindet sich auch die Wohnung des Paares. Freifläche gibt es nur noch unter dem Dach.

Dort waren im ersten Konzept Ferienwohnungen angedacht. "Aber wir sind noch mal umgeschwenkt und wollen das Dachgeschoss für hochwertige Büroräume vorhalten", sagt der 50-Jährige. Er hat schon die Fühler in Richtung Hansestadt ausgestreckt und erste Gespräche geführt. "Die Leute denken immer, Groß Lüsewitz liege am Ende der Welt - dabei bin ich von hier genauso schnell in der Stadtmitte wie von Gehlsdorf aus", nennt der Vermögensberater Argumente. Mit diesen will er Interessenten vom Einzug in sein Schloss überzeugen.

Mögliche neue Mieter könnten bei der Umgestaltung von Anfang an ihre Vorstellungen mit einbringen. "Wir haben 400 Quadratmeter zur Verfügung - ob es dafür nur einen oder mehrere Mieter geben wird, das wissen wir jetzt noch nicht", so Oelschläger. Eines steht allerdings schon fest: "Wir werden für das Bauvorhaben auch noch eine Person einstellen", sagt er. Eigentlich sollten zwei Stellen geschaffen werden. "Aber da sich der Kaufpreis des Schlosses durch den Beschluss der Gemeindevertretung mal eben um 35 000 Euro erhöht hat, muss eine Stelle wegfallen", sagt Oelschläger. Er hat seit 1990 erst als Mieter und seit 2000 als Erbbaupächter durchgängig sein Büro und mittlerweile auch seine Wohnung im Schloss. Das Ehepaar freut sich, dass der aktuelle Zustand bald der Vergangenheit angehören soll. Sandra Oelschläger träumt nämlich davon, dass sich verliebte Paare im Schloss das Ja-Wort geben können. Aber erst dann, wenn es wieder aussieht wie im Märchen.

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