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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 07:11 Uhr

Schlossbesitzer Dirk E. unterschlägt 500 000 Euro

vom

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erstellt am 22.Feb.2012 | 08:35 Uhr

Rostock | Es sollte der ganz große Reibach werden: Bauunternehmer Dirk E. ließ sein 2003 erworbenes Gutshaus in Groß Schwarfs für mehrere hunderttausend Euro sanieren. Dabei sparte er nicht am Luxus: Mit teuren Kronleuchtern, hochwertiger Mamorverkleidung sowie Kunstobjekten ließ er das Haus ausstatten. Auch ein Porsche soll im Besitz des Unternehmers sein.

Der schillernde Bauunternehmer, dem seit 2008 auch das Jagdschloss Gelbensande gehört, trug selbst allerdings nur einen geringen Teil der Kosten für die Sanierung des Gutshauses - 800 000 Euro zahlte sein Unternehmen. Der Umsatz der Baufirma wurde dadurch erheblich gesenkt und das Finanzamt Ribnitz-Damgarten um seine Steuern geprellt. Gestern musste sich der 41-Jährige vor dem Amtsgericht Rostock verantworten. Das Urteil ist gleich am ersten Verhandlungstag verhängt worden: zwei Jahre Freiheitsstrafe sowie eine Geldstrafe von 72 000 Euro. Hinzu kommen 28 000 Euro Auflage für die Aussetzung auf Bewährung, die an gemeinnützige Vereine gezahlt werden sollen.

Von 2004 bis 2006 hat Dirk E. insgesamt eine halbe Million Euro unterschlagen. Die Sanierungskosten für sein Eigenheim wurden in der Buchhaltung des Unternehmens erfasst und vom geschäftlichen Bankkonto beglichen, ohne dass die Kosten später Dirk E. in Rechnung gestellt wurden. "Der Angeklagte hat das Vermögen bewusst umgeschichtet, um sich persönlich zu bereichern", sagt die Staatsanwaltschaft kurz vor der Urteilsverkündung. Weiterhin würde die verschlüsselte Buchhaltung, die über Jahre geführt wurde, den Fall erschweren. Zweimal hat Dirk E. sogar mehr als 100 000 Euro auf einmal unterschlagen. Insgesamt neunmal wird er der Steuerhinterziehung beschuldigt, einmal des Betrugs.

Positiv wertete die Staatsanwaltschaft das ausführliche Geständnis, welches Dirk E. im Gerichtssaal ablegte. Auch die bereits getilgten Steuerschulden an das Finanzamt milderten das Strafmaß. Mit der Geldstrafe von insgesamt 100 000 Euro sei der Verurteilte laut Gericht nun spürbar und ausreichend gestraft. Wäre es nach Verteidiger Matthias Mücke gegangen, hätte das Urteil milder ausfallen müssen. "Durch die bereits bezahlten Schulden ist mein Mandant stark finanziell geschädigt." Schon jetzt sei Dirk E. kaum zahlungsfähig. Zudem bestehe die Gefahr, dass auch sein Unternehmen unter dem Urteil leidet. Beeindrucken ließ sich das Gericht hiervon jedoch nicht. "Der Angeklagte hat zu keiner Zeit unter wirtschaftlicher Not gelitten, welche sein Handeln rechtfertigen würde", sagte der Richter.

Beim Urteil wurde auch der Betrugsfall aus dem Jahr 2003 berücksichtigt. Durch falsche Angaben konnte sich Dirk E. eine Eigentumszulage in einer Gesamthöhe von 10 000 Euro sichern.

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