zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 07:41 Uhr

Rostock : Schleuse nimmt Denkmal-Hürde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Landesamt stimmt Antrag zu: Unterstützer überreichen Liste mit 8000 Unterschriften. Bürgerschaft fordert Erhalt des Bauwerks

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege erkennt die Schleuse am Mühlendamm als technisches Denkmal an. „Jetzt ist das städtische Amt gefordert“, sagt Maik Vater von der Initiative für den Erhalt des Bauwerks. Sobald die schriftliche Bestätigung der Schweriner Kollegen eintrifft, will Stadtkonservator Peter Writschan das Verfahren weiter vorantreiben. „Entsprechend dem Denkmalschutzgesetz werden der Eigentümer und die Ämter angehört und die Belange abgewogen“, sagt er. Erst danach könne die 1887 gebaute Schleuse in die Denkmalliste der Stadt eingetragen werden. Mit der Entscheidung des Landesamts ist die größte Hürde aber bereits genommen.

Gerettet wäre die Schleuse allerdings auch mit dem Denkmalstatus nicht. Dieser stellt nur sicher, dass „Veränderungen einer Genehmigung bedürfen“, so Writschan. Daher sei es wichtig, ein tragfähiges Konzept für eine funktionierende Schleuse zu entwickeln. Das wollen auch die Bürgerinitiative und die Ortsbeiräte Stadtmitte sowie Brinckmansdorf. Sie drängen gemeinsam mit der Bürgerschaft auf eine Instandsetzung der 2011 geschlossenen Wasserstraße. „Wir fordern einen runden Tisch mit Bund, Land und Stadt“, sagt Vater, der am Mittwoch eine Liste mit 8000 Unterschriften für den Erhalt der Schleuse an Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) überreichte.

„Durch diese Petition kommt der starke Bürgerwille zum Ausdruck“, sagt Eva-Maria Kröger, Chefin der Linksfraktion. Das werde auch auf Landesebene wahrgenommen. Die Bürgerschaft beschloss am Mittwoch, dass die Stadtverwaltung ihre Zustimmung zur Verfüllung des Schleusenbeckens und zum Einbau einer Bootsschleppe gegenüber dem Infrastrukturminister und dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund unverzüglich widerrufen soll. Auf diesen Kompromiss hatten sich Stadt, Land, Bund und Vertreter betroffener Vereine bei einem Gipfeltreffen im Juni verständigt. Eine Alternativlösung, die die Übernahme der Schleuse durch das Land und der Betriebskosten durch die Stadt vorsah, war zuvor am Verbot des Schweriner Innenministeriums für die zusätzlichen städtischen Ausgaben gescheitert. Laut Bürgerschaftsbeschluss ist Rostock noch immer zur Übernahme einer sanierten Schleuse und angrenzender Grundstücke bereit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen