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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 03:23 Uhr

FKK in Warnemünde : Schilder spielen kaum eine Rolle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bei aller Toleranz: Manche FKK-Anhänger fühlen sich von den Leuten in Badezeug beobachtet. Muss die Strandsatzung geändert werden?

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Die einen lieben es hüllenlos im Sand, für die anderen ist ein Strandbesuch ohne Textilien undenkbar. „Hier heißt das Zauberwort Toleranz“, sagt Norman Rux, der bei Strandkorbvermieter Christian Kroll angestellt ist. Was früher nicht üblich war: Heute mischen sich zunehmend Textilbader selbstverständlich unter die Nackten, sodass sich letztere fast verdrängt fühlen. „Das hängt mit vielen Faktoren zusammen“, sagt Strandkorbvermieter Uli Rose, der ebenfalls für Toleranz wirbt. „Die Parkplatzsituation spielt eine Rolle, die Hotels liegen oft direkt am Strand und manche Frau möchte sich nach einer Brust-Operation nicht ausziehen“, wirbt er um Verständnis. Was allerdings zu weit geht: Wenn sich am Effi Bekleidete erkundigen, warum hier so viele Nackte sind. Auch das hat Norman Rux bereits erlebt und dann schmunzelnd geantwortet: „Weil hier FKK-Strand ist.“


„Hier besteht ein Ungleichgewicht“


„Früher gab es klare Regeln am Effi“, sagt Markgrafenheides Ortbeiratsvorsitzender Jürgen Dudek (Rostocker Bund). Auch an ihn sind Beschwerden herangetragen worden, weil die Einteilungen kaum noch jemand interessieren. Zu Vorwende-Zeiten gab es klare Bereiche, die so genutzt wurden: FFK-, Textil- und stellenweise Mix-Strände. „Wenn sich jemand am Effi nicht ausgezogen hat, konnte es passieren, dass er gewässert wurde, also in der Ostsee landete“, erzählt Dudek.

Angesichts der zunehmenden Vermischung spalten sich die Geister. Dr. Jobst Mehlan sagt hierzu: „Nach meiner persönlichen Wahrnehmung nimmt die Zahl derer, die bekleidet den FKK-Strand besuchen, ständig zu. Sie tun das mit größter Selbstverständlichkeit und ohne, dass sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.“ Im Gegensatz dazu steht die Tatsache, dass es laut Strandsatzung eine Ordnungswidrigkeit ist, wenn jemand unbekleidet am Textilstrand ist. Dafür kann ein Bußgeld anfallen. Umgekehrt aber nicht. „Vielen Textilbadenden ist möglicherweise nicht klar, dass sie eine Situation am Effi schaffen, die dazu führen kann, dass sich die unbekleideten Strandbesucher zunehmend unwohler und beobachteter fühlen“, sagt Mehlan. Er weist noch mal auf die Ordnungsstrafe hin, die FFK-lern blüht, wenn sie nackt am normalen Strand auftreten. „Hier besteht augenscheinlich ein Ungleichgewicht. Da scheint mir die Strandordnung doch etwas überarbeitungsbedürftig zu sein“, sagt Mehlan.

Bei aller Toleranz: Es gibt Hinweisschilder, die klar darüber Auskunft geben, um welche Art von Strand es sich handelt. Ob diese noch sinnvoll sind in Anbetracht der Tatsache, dass ihre Nicht-Beachtung keine Konsequenzen hat, wird künftig zu klären sein.

 

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