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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 14:01 Uhr

Scheinwerfer an!

vom

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2007 | 08:43 Uhr

Wenn in Birma Schüsse fallen, kann niemand behaupten, dass das Unerwartete eingetreten ist. Die Mächtigen reagieren wie Diktatoren reagieren: Sie knüppeln die Proteste nieder. Den Aufschrei der restlichen Welt kalkuliert die Militärregierung bewusst ein - er wird schon wieder verstummen, er tat es bislang immer. Und genau das macht die Tragödie aus. Das Land ist unwichtig, heißt mal Myanmar - beschlossen vom Regime - oder weiter Birma und Burma. Geopolitisch spielt es keine Rolle, die USA und Europa haben bislang kaum Druck auf die Junta ausgeübt, selbst dann nicht, als die Generäle 1990 das Ergebnis einer halbwegs freien Wahl annullierten. Die Siegerin Aung San Suu Kyi wurde später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ein Preis des schlechten Gewissens, die Demokratin steht seit Jahren unter Hausarrest, ihr Volk leidet unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das wissen die Mönche, deshalb haben sie nicht irgendwann begonnen zu demonstrieren, sondern zu der Zeit, als der Scheinwerfer doch einmal auf Birma zu drehen war. In den Tagen der UN-Vollversammlung und in den Monaten vor den Olympischen Spielen. Gastgeber China ist jetzt mehr um sein Image besorgt als um die Zukunft der befreundeten Diktatoren. Der einzige Verbündete kann nicht mehr helfen, zudem gibt es Gerüchte über Machtkämpfe in der Militärregierung. Der Zeitpunkt für den Marsch der Mönche bleibt daher ohne Alternative. Ausdauer ist gefordert - von den Menschen in Birma, aber auch von den Vereinten Nationen. Der Scheinwerfer muss leuchten.

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