Scheich reist mit seiner Luxusyacht an

<strong>Mit einem dicken Tau </strong> macht ein Besatzungsmitglied die Yacht am Rostocker Stadthafen fest. <fotos>Dana Bethkenhagen</fotos>
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Mit einem dicken Tau macht ein Besatzungsmitglied die Yacht am Rostocker Stadthafen fest. Dana Bethkenhagen

svz.de von
12. Juni 2012, 11:21 Uhr

Rostock | Mit einem lauten Dröhnen des Schiffshorns hat sich gestern Abend eine luxuriöse Welt an der Kaikante des Rostocker Stadthafens aufgetan. Am Liegeplatz 81 machte gegen 21.30 Uhr eine der edelsten Motoryachten der Welt fest - die "Samar". Schnell tuschelten die Passanten bei dem Blick auf die einlaufende Yacht. Wer ist wohl mit diesem gigantischen Schiff gekommen? Und was hat er in Rostock vor? Zumindest an der Kaikante gab es gestern keine Antworten mehr. Denn der kuwaitische Geschäftsmann und Eigner der Yacht, Scheich Kutayba Youssef Ahmad Alghanim, flog noch vor dem Festmachen mit seinem bordeigenen Helikopter nach Berlin weiter.

Miete: 665 000 Euro pro Woche

Obwohl die "Samar" bis zu zwölf Knoten erreichen kann, brauchte sie gestern Abend von Warnemünde noch eine gute Stunde bis in den Stadthafen hinein. Vorsichtig tastete sich das Schiff bis an die Kaikante heran. Dabei achteten die Helfer akribisch darauf, dass der Lack keinen Kratzer abbekommt. Bis Sonntag wird die weiß glänzende Luxusyacht nun noch aus dem Panorama der Hansestadt herausstechen. Das teilte der Schiffsmakler Peter Gröbke von H. C. Roever mit, der die "Samar" vor Ort betreut und gestern gemeinsam mit Polizei und Zoll an Bord ging, um alle Formalitäten zu klären. Begrüßt wurden die Beamten und der Schiffsmakler vom amerikanischen Kapitän Corcoran, der seinen Gästen zunächst weiße Schutzüberzüge für die Schuhe überreichte.

Die Schaulustigen, die gestern Abend die "Samar" beim Einlaufen und Festmachen bewunderten, hätten Gröbke zufolge keine Chance, die Motoryacht von innen zu bestaunen. "Das wollen sie einfach nicht", sagt er. Wer jedoch bereit ist, 665 000 Euro pro Woche zu zahlen, kann die Yacht für private Zwecke chartern. Der Preis verspricht Luxus pur. Sieben Kabinen stehen auf der 77 Meter langen Yacht zur Verfügung. Ein eigener Pool gehört neben einem Fitnessraum, mehreren Bars und einem Kino zur Ausstattung dazu.

Während allein der Charterpreis für die meisten Menschen unbezahlbar ist, hat Scheich Alghanim keine Probleme damit gehabt, viele Millionen Euro in sein schwimmendes Luxusgefährt zu stecken. Denn er gehört zu den 500 reichsten Menschen auf der Welt und beschäftigt als Unternehmer von Alghanim Industries weltweit etwa 12 000 Angestellte. Trotz seines Erfolgs in der Wirtschaft ist über den Scheich nur wenig bekannt.

Makler als Paketbote unterwegs

Schiffsmakler Gröbke konnte gestern keine Angaben dazu machen, was der Scheich in Rostock vorhat und wohin sich seine Reise fortsetzt. "Wahrscheinlich geht es von Rostock in Richtung Polen weiter", vermutet er. Als Makler hat er vielfältige Aufgaben. Er buchte nicht nur den Liegeplatz für die "Samar", sondern war gestern auch als Paketbote unterwegs. Vier Päckchen habe er gestern an Bord abgegeben - Waren, die offenbar der Scheich bestellt hatte.

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