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Jahresempfang : Schausteller halten an der Fischerbastion fest

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Marlies Urbigkeit als Verbands-Vorsitzende bestätigt

Mit 100 Prozent der Stimmen ist Marlies Urbigkeit gestern als Vorsitzende des Schaustellerverbandes MV bestätigt worden. Passend dazu wurde im Pentahotel anschließend gefeiert – der Jahresempfang mit 90 Gästen, darunter nebst den Verbandsmitgliedern auch Vertreter der Stadt.

Beherrschendes Thema dieses Jahres wird der Standort Fischerbastion, der als Theaterstandort im Gespräch ist. Die Schausteller benötigen den Platz für den Weihnachtsmarkt, sagt die Verbandsvorsitzende. Sie seien zwar klar für das Theater, aber an anderer Stelle. Eine Ausweichgelegenheit für die Schausteller – eine mit der sie nicht leben könnten – wäre der Stadthafen: kälter, windiger und zu weit von dem Weihnachtsmarktteil in der Kröpeliner Straße entfernt. Rund 40 der 300 Schausteller des ganzen Marktes sind auf der Fischerbastion. Dort werden 30 Prozent der Jahreseinnahmen generiert und damit die Grundlage für Abgaben an die Stadt geschaffen. „Wenn wir den Festplatz verlieren, wäre das tödlich“, sagt Marlies Urbigkeit. Der Weihnachtsmarkt in der Form, in der die Rostocker ihn kennen, würde dann nicht weiter existieren.

Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) zeigte sich mehr als verständnisvoll, zumal die Zusammenarbeit von Stadt und Schaustellerverband bisher ungetrübt positiv sei, wie beide Seiten betonten.

„Wir, die politisch Verantwortlichen wissen sehr wohl, was sie wirtschaftlich für die Hansestadt leisten“, sagte Karina Jens. Allein der Großmarkt nehme durch den Weihnachtsmarkt eine halbe Million Euro ein – Geld, das für die Vorbereitung der nächsten Märkte oder auch Dekorationen eingesetzt wird. Die Präsidentin versprach nach einer Lösung zu suchen, mit der beide Seiten einverstanden sind. „Wir wissen, dass wir den Markt nicht ohne weiteres in den Stadthafen verlagern können“, sagte sie. Die Schausteller seien ein fester Bestandteil der Stadt, wirtschaftlich und kulturell.

Das sieht auch der Bundesverband genauso und hat die Volksfestkultur als immaterielles Weltkulturerbe bei der Unesco vorgeschlagen – noch ein Grund zum Feiern für die Schausteller, die vor allem durch ihren familiären Zusammenhalt bestechen, wie Pastor Tilman Jeremias sagte. Und der Zusammenhalt auf der Feier war auch zu spüren. „Wir Schausteller haben wenig Gelegenheit, Geburtstage oder Feste zu feiern – Silvester gehen wir früh ins Bett“, sagte Marlies Urbigkeit. Umso schöner sei diese Feier – alle zwei Jahre.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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