Uni Rostock : Schau zeigt: So entsteht Leben

„Wir haben selbst noch viel gelernt“, sagen Nicole Schoene und Fabian Schröder.
„Wir haben selbst noch viel gelernt“, sagen Nicole Schoene und Fabian Schröder.

Masterstudenten bieten in der Zoologie kuriose Einblicke in die Vielfalt von Fortpflanzung und Entwicklung in der Tierwelt

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01. März 2015, 15:00 Uhr

Einige Hai-Babys fressen sich schon im Mutterleib gegenseitig auf und obwohl Schnabeltiere zu den Säugetieren zählen, legen sie Eier: Ab dem 8. April widmet sich eine neue Sonderausstellung im Zoologischen Institut der kuriosen Vielfalt von Fortpflanzung und Entwicklung im Tierreich.

„Wir haben selbst noch viel gelernt“, sagt Fabian Schröder. Zusammen mit 13 anderen Studenten des Masterstudiengangs Diversität und Evolution bestückte der 29-Jährige in den vergangenen beiden Wochen die Glaskästen des Schauraums am Uniplatz. Die Vitrinen strotzen vor Krokodilsschädeln, eingelegten Skorpionen und präparierten Tieren. Als lebende Exponate sind in Aquarien Marmorkrebse und Amazonenkärpflinge zu sehen. Beide Arten pflanzen sich per Jungfernzeugung fort – Männchen kennen sie nicht. Das Gegenteil – Tiere, die beide Geschlechter vereinen – bringt die Natur aber ebenfalls hervor.

„Es gibt keine Patentantwort auf die Frage, wie neues Leben entsteht“, sagt Schröder. Das zeigen die Studenten in ihrer Ausstellung eindrucksvoll auf. „Wir wollen die Besucher dazu bringen, verwundert aufzugucken, weil sie von etwas überrascht sind“, so der 29-Jährige. In seiner Vitrine widmet er sich der Entwicklung der Entwicklungsbiologie, beginnend mit einer Publikation von 1882. Wachsmodelle veranschaulichen die einzelnen Stadien der Zellteilung, auf Bildschirmen laufen Videos von der Entwicklung verschiedener Organismen.

Schröders Kommilitonin Nicole Schoene beschäftigt sich mit mono- und polygamer Fortpflanzung. „Ich hätte eigentlich erwartet, dass Monogamie weiter verbreitet ist“, sagt die 28-Jährige. Nur vier Prozent aller Säugetiere binden sich ein Leben lang an einen einzigen Partner. Der Rest hält sich lieber an das Motto der Hippie-Bewegung: freie Liebe für alle.

Für Schoene und Schröder ist es die erste selbst organisierte Ausstellung. Vorausgegangen waren Exkursionen nach Berlin, ins Ozeaneum oder auch ins Müritzeum. Trotzdem: „Den Aufwand haben wir etwas unterschätzt“, sagt Schoene. Dennoch freut sie sich, im semesterbegleitenden Modul die Arbeit im Museum als eine alternative Tätigkeit zur Forschung kennenzulernen.

Die Vorgängerausstellung mit Eisbär Churchill besuchten laut automatischem Messgerät 20 000 Gäste, sagt Doktorand Torben Göpel. Er betreut die Studenten. Die Exposition davor brachte es auf 15 000 Besucher. Traditionell ist die Schau der Studenten kostenlos. „Eine Intention der Ausstellung ist es, den Bestand unseres Schaumagazins darzustellen“, sagt Göpel. Churchill ist übrigens auch wieder zu sehen: Er begrüßt die Gäste als Türsteher.

Die Ausstellung ist ab dem 8. April immer werktags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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