Scharr-Lotten auf Topfgeldjagd

<strong>Ein perfektes Team - nicht nur beim Kochen: </strong>Anna-Marie (22, links) und Katharina Scharr (19) stehen nicht nur gern am heimischen Herd. Sie kochen auch vor Publikum, bei der Fernsehshow 'Topfgeldjäger'. <foto>Georg Scharnweber</foto>
1 von 1
Ein perfektes Team - nicht nur beim Kochen: Anna-Marie (22, links) und Katharina Scharr (19) stehen nicht nur gern am heimischen Herd. Sie kochen auch vor Publikum, bei der Fernsehshow "Topfgeldjäger". Georg Scharnweber

svz.de von
11. Januar 2013, 08:36 Uhr

Elmenhorst | Mit Herz, Leber und Nieren kennt sich die angehende Ärztin Anna-Marie Scharr aus. Doch wenn sie die Schwester darum bittet, ihr etwas zu reichen, meint sie weder Tupfer noch Pinzette. Sondern eher Löffel, Kelle oder das Salz. Denn die 22-Jährige steht momentan nicht am OP-Tisch der Berliner Charité, wo sie ihr erstes klinisches Semester absolviert, sondern öfter am Herd eines Fernsehstudios in Hamburg. An ihrer Seite Schwester Katharina Scharr (19), Fachfrau für die Desserts. Zusammen treten sie als die "Scharr-Lotten" in der ZDF-Kochshow "Die Topfgeldjäger" an und stehen am Montag im Finale. Dort winken ihnen 10 000 Euro.

Ein Blick auf die Zutaten muss fürs Rezept-Ausdenken reichen

"Wir haben schon immer gern zusammen gekocht, am Wochenende, für die Familie oder Freunde", sagt die Ältere der Schwestern. Sie war es auch, die die Sendung mit Steffen Hennsler regelmäßig verfolgte und auf die Idee kam, sich zusammen mit ihrer Schwester zu bewerben. Viel Überredungskunst hätte sie dafür nicht gebraucht. "Für solche Aktionen ist Kati immer zu haben", sagt die Studentin.

Nur drei Tage, nachdem sie ein Bewerbungsvideo losgeschickt hatten, kam die Zusage. Zeit, viel zu üben, blieb dem Duo nicht. "Aber wir haben schon noch mal geschaut, wie man bestimmte Sachen zubereitet, eine Rotweinsoße oder ein Risotto zum Beispiel", sagt die Medizinstudentin. Denn in der Sendung bleibt dafür nicht viel Zeit. In 45 Minuten müssen Vorspeise, Hauptgang und Dessert zubereitet werden. Als Grundlage bekommt jedes Team einen so genannten Warenkorb mit festgelegten Zutaten. Aus denen müssen die Hobbyköche spontan etwas zaubern, das den Geschmacksnerven von Juror und Sternekoch Frank Rosin standhält.

"Das war schlimmer, als wir es uns vorgestellt hatten", erinnert sich Katharina. "Wir konnten die Rezepte ja nicht vorher ausprobieren", sagt sie. "Und in jeder Sendung war ein Gemüse dabei, das wir noch nie gehört oder zubereitet hatten - zum Beispiel Pak-Choi, eine Art Mangold", nennt sie die Herausforderung, der sie sich bereits dreimal erfolgreich gestellt haben. Unter den Zuschauern haben die Schwestern mittlerweile viele Anhänger. Es gibt Fanseiten im Internet - und Mutter Hanni wird beim Einkaufen auf ihre Töchter angesprochen.

"Ich wurde sogar in der Disco von Fremden gefragt, ob wir mal für sie kochen wollen", erzählt Katharina. Die Schwestern freuen sich über den Zuspruch. Sie selbst haben jede der bisher ausgestrahlten Sendungen gemeinsam mit der ganzen Familie angeschaut. Auch am Montag sitzen alle Scharrs um 15 Uhr gemeinsam auf der Couch. "Ich bleibe extra hier - ich wäre auch viel zu aufgeregt, mir das alleine anzuschauen", gibt Anna-Marie zu. Vor der Kamera hätten sie die Aufregung ganz gut im Griff gehabt. "Vorher war ich immer sehr angespannt. Aber wenn die Sendung läuft, vergisst man das ganze Drumherum, sogar die Kameras und das Publikum", versichert Katharina.

Herzklopfen bereitet ihr momentan auch nicht die Ausstrahlung des Finales am Montag, sondern vielmehr der 18. Januar. Denn bis zu diesem Tag muss sie ihre Mappe an der Kunsthochschule Berlin Weißensee einreichen. Dort will sich Katharina, die momentan BWL in Rostock studiert, ihren eigentlichen Traum erfüllen und Modedesignerin werden. "Im Gegensatz zum Kochen oder zum Beruf meiner Schwester ist es da noch nicht so schlimm, wenn ich mal danebenschneide", sagt die sympathische Küchenfee.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen