Warnemünde : Schadstoffwerte erregen Gemüter

Beim Fachforum Wirtschaft, Tourismus und Kreuzschifffahrt bildete letztere einen Schwerpunkt. Die vielen Anläufe sind zwar ein Wirtschaftsfaktor, haben aber auch Schattenseiten.
Beim Fachforum Wirtschaft, Tourismus und Kreuzschifffahrt bildete letztere einen Schwerpunkt. Die vielen Anläufe sind zwar ein Wirtschaftsfaktor, haben aber auch Schattenseiten.

Beim Fachforum Wirtschaft, Tourismus und Kreuzschifffahrt ging es auch um Feinstaub. Messungen sehen Ostseebad aber hinter Rostock

svz.de von
25. Juni 2016, 16:00 Uhr

In Warnemünde müssen viele Handlungsfelder häufig von zwei Seiten beleuchtet werden. Denn die Interessenlagen sind oft konträr. Das wurde auch am Donnerstag beim zweiten öffentlichen Fachforum der Hansestadt im Technologiezentrum Warnemünde (TZW) deutlich. Dabei ging es um die Schwerpunkte Kreuzfahrt, Wirtschaft und Tourismus. Wolfgang Oehler vom Büro für Stadt- und Regionalentwicklung (BSR) führte durch den Abend. „Ziel muss es sein, Lösungen zu finden, die einerseits dem Wirtschaftsstandort dienen und andererseits auch von denen mitgetragen werden, die mit den Auswirkungen der Kreuzschifffahrt leben müssen“, betonte Oehler. Schwer zu schaffen macht vielen die Belastung durch Feinstaub. Aus dem Grund ist eine Messstation in Hohe Düne eingerichtet worden.

Die Luftgütemessungen Hohe Düne des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) haben ergeben: Der Mittelwert der vergangenen zwölf Monate bei Stickstoffmonoxid liegt mit 13 Mikrogramm pro Kubikmeter etwa 55 Prozent unter dem Grenzwert. „Allgemein liegen die Stickoxidkonzentrationen in Hohe Düne erkennbar über dem Hintergrundniveau von MV, aber deutlich unter dem Niveau der Rostocker Messstationen“, sagt Dagmar Koziolek vom LUNG.

Jens A. Scharner, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) erklärte, dass „die Kreuzschifffahrt nur ein Teil des Problems verursacht, es gibt mit Fähren und Frachtschiffen 8900 Anläufe“. Dennoch betonte er: „Die Schifffahrt muss umweltfreundlicher werden. Aber das lässt sich nicht sofort umsetzen und wird nicht für den einzelnen am Kaffeetisch spürbar werden.“ Die Hero hat gerade Untersuchungen in Auftrag gegeben, ob ein vierter Anlegeplatz am Werftbecken von den Bedingungen her umsetzbar ist. Dazu zählen Schiffssicherheit, das Wenden und andere Faktoren. „Die Ergebnisse werden erst ausgewertet und dann vorgestellt“, sagt Scharner.

Als Wirtschaftsfaktor ist Warnemünde mit der Kaikantenähe von großem Interesse, betonte auch Christian Kluck von Rostock Business.

Auch Bewohner wie Norbert Griese und andere stellten die Frage: Wie viel Kreuzschifffahrt können der Ort und die Kaikante noch verkraften? Wäre es machbar, in der Nähe der Schiffe etwas zum Verkauf anzubieten, weil der Edeka am Kirchenplatz viel Umsatz mit Besatzungen und Gästen macht, aber stets überfüllt ist?

Weiterhin ging es an dem Abend um das Thema Ferien- und Dauerwohnen, die Sanierung der Mühlenstraße, die Erweiterung als Technologiestandort und die Bäderregelung.

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