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22. November 2017 | 19:40 Uhr

Scandlines baut Fähren in Finnland

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 07:33 Uhr

Rostock | Die Reederei Scandlines will die zwei lange geplanten neuen Fähren für die Route Rostock-Gedser jetzt in Finnland bauen lassen. Das Rostocker Unternehmen unterzeichnete eine Absichtserklärung mit der Werft STX Finland Oy. Die Auslieferung der Schiffe ist für Frühjahr 2015 vorgesehen, wie Scandlines gestern mitteilte. Ursprünglich hatte das Unternehmen zwei Schiffe bei den P+S-Werften in Stralsund und Wolgast bestellt, stieg aber nach technischen Problemen aus dem Projekt aus. Inzwischen sind die Werften insolvent.

Trotz der nun bekannt gegebenen Neubaupläne in Finnland geht bei Scandlines offenbar dennoch der Ausverkauf weiter. Zum 1. Juli wurde das 100-prozentige Tochterunternehmen Scanro veräußert. Der für den Ro-/Ro- und Fährverkehr wichtige Dienstleister bleibt aber dem Hafenstandort Rostock erhalten: Scanro ist nun eine 100-prozentige Tochter von Baltic Lloyd. Das bestätigte deren Geschäftsführer Manfred Reining. Das Rostocker Hafenwirtschaftsunternehmen, bei dem Scanro schon Mieter war, setzte sich beim Verkauf gegen Konkurrenz aus Lübeck und Hamburg durch. Alle 36 Beschäftigten um Geschäftsführer Detlef Vortanz können den Angaben zufolge ihre Arbeit fortsetzen. Eine Zerschlagung von Scanro konnte verhindert werden. Über den Kaufpreis, so Reining, wurde Stillschweigen vereinbart.

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Es steht auch immer noch der Verkauf der nur noch drei verbliebenen Scandlines-Fährlinien im Raum. Insider rechnen damit, dass die Routen Rostock-Gedser, Puttgarden-Rødby und Helsingør-Helsingborg möglicherweise noch in diesem Monat den Besitzer wechseln könnten. Aus dem Poker mit den Scandlines-Gesellschaftern 3i und Allianz Capital hat sich die vielfach als potenzieller Käufer gehandelte DFDS Scandinavian Seaways allerdings zurückgezogen. Deren Gebot war nach eigener Darstellung nicht akzeptiert worden. DFDS, so heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, sei nicht mehr im Verkaufsprozess von Scandlines dabei. Erst im vergangenen Jahr hatte sich das Unternehmen von mehreren Routen und den dazugehörigen Schiffen im Schweden- und Baltikum-Verkehr getrennt. Sie gingen an Stena-Line und Swedish Orient Line ein.

Die neuen Schiffe, die nun für Rostock-Gedser gebaut werden sollen, sind als Doppelendfähren geplant. "Ihre Konstruktion wird es ermöglichen, sie auch auf der deutsch-dänischen Route Puttgarden-Rødby einzusetzen", sagt Anette Ustrup Svendsen von Scandlines Dänemark. Jede Fähre soll eine Kapazität für 1300 Passagiere und 72 Laster oder 382 Autos bieten. Die Schiffe sollen mit umweltfreundlichemLNG-Flüssigerdgas statt mit Schweröl betrieben werden. So könnten laut Unternehmen Emissionen reduziert werden und die Abgabe von Schwefel gehe praktisch gegen null. Im Lauf des Sommers wollen Scandlines und STX Finland, das Werften in Helsinki, Turku und Rauma betreibt, die Bestellung in weiteren Verhandlungen vertragsreif machen.

Die Neubau-Verträge mit den P+S-Werften hatte Scandlines im November vergangenen Jahres gekündigt. Die Reederei verwies damals darauf, dass die halb fertigen Schiffe zu schwer seien und es Mängel bei der Stabilität gebe. Deren Auslieferung war schon für Frühjahr 2012 geplant. Bisher fahren zwischen Rostock und Dänemark weiter die "Prins Joachim" und "Kronprins Frederik".

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