Orkan : Sandsturm tobt auf der Warnemünder Promenade

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Das Orkantief Xaver sorgt im Ostseebad und in der Rostocker Innenstadt für Ausnahmezustand. Von großen Verwüstungen bleibt die Hansestadt jedoch verschont.

svz.de von
09. Dezember 2013, 20:05 Uhr

Verriegelte Buden, abgeschirmte Karussells und ein Riesenrad ohne Gondeln: Die sonst so belebte Rostocker Innenstadt bot gestern ein trostloses Bild. Der Grund dafür war das Orkantief Xaver, das am Donnerstag über die Hansestadt und weite Teile Norddeutschlands hereingebrochen ist. Im gesamten Stadtgebiet mussten die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) bis gestern Morgen 6 Uhr zu insgesamt 78 Einsätzen ausrücken. In den meisten Fällen hatte der Sturm Bäume umgestürzt und Dächer beschädigt. Über Stunden waren insgesamt 160 Feuerwehrleute und 20 Kräfte des THW im Einsatz, um die Schäden so schnell wie möglich zu beseitigen und weiteren Gefahren vorzubeugen.

Trotz groß angelegter Vorsichtsmaßnahmen blieb auch der Weihnachtsmarkt nicht unversehrt. So riss der Orkan in der Nacht zu gestern eine der Buden in der Nähe des Universitätsplatzes aus ihrer Verankerung. „Dabei ist eine Stütze des Lichterhimmels zur Seite geschoben worden“, berichtet Geschäftsführer Jörg Vogt. Der Schaden wurde gestern Vormittag bereits wieder behoben. Abgesehen von umgeknickten Schildern und einem umgefallenen Zaun in der Langen Straße sei es aber zu keinen größeren Schäden gekommen, so Jörg Vogt.

Dennoch blieb der Weihnachtsmarkt gestern geschlossen, um niemanden unnötig in Gefahr zu bringen. Heute soll der Betrieb ab 10 Uhr wieder normal aufgenommen werden.

Auch in anderen Ecken des Stadtgebietes hinterließ Xaver seine Spuren. So fiel der neue Kunstrasen auf dem Sportplatz der Hundertwasser-Schule in Lichtenhagen dem starken Wind zum Opfer, weil er nicht rechtzeitig befestigt werden konnte. Und auch die Neptunhalle hat es erwischt: Im Marmorsaal hat der Sturm eine Deckenplatte abgetragen. Darüber hinaus musste der Hintereingang des Ärztehauses in Evershagen sein Vordach einbüßen.

Besonders stark wütete der Sturm in Warnemünde. Wagemutige Schaulustige, die sich das Wetterspektakel direkt an der Küste nicht entgehen lassen wollten, mussten sich mit voller Kraft gegen die starken Böen stemmen. Und auch im Zentrum des Ostseebades tobte der Sturm mit voller Wucht. So musste die Feuerwehr den Weihnachtsbaum auf dem Kirchenplatz sichern, weil dieser umzufallen drohte.

Neben Sachschäden verursachte das Orkantief erhebliche Einschränkungen im Rostocker Straßenverkehr. Besonders gravierend: Um die Autofahrer vor umstürzenden Bäumen zu schützen, hatte die Polizei die Stadtautobahn zwischen Warnemünde und Lichtenhagen in Richtung Stadtmitte gesperrt.

Auch der Schiffsverkehr musste sich gestern den schlechten Witterungsbedingungen anpassen. Der Hafen Rostock hat den Kanal in den Seehafen wegen Sturmschäden bis heute morgen gesperrt. Daher muss Scandlines unter anderem den Dienst auf der Route Rostock–Gedser bis auf Weiteres aussetzen.






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