Rostock KTV : Runde 2 im Kampf um die Heinkelmauer

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Abrissgenehmigung noch nicht ergangen. Grüne und Beirat fordern die Stadt.

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13. März 2015, 12:00 Uhr

Die Karten für die Heinkelmauer werden neu gemischt. Der Abriss ist noch nicht genehmigt. Auch, wenn die Leiterin der städtischen Denkmalbehörde Michaela Selling ihn empfiehlt, weil sie keine Chance für die Sanierung sieht, kann die Entscheidung nur im Einvernehmen mit dem Landesamt erfolgen. Und dessen Vorschlag fehlt. Ist der da, müssten auch noch Bau- und Planungsausschuss und Ortsbeirat beteiligt werden. Selling sagt aber: „Wir werden die Mauer in dem Zustand nicht erhalten können.“ Grundlage für ihre Ansicht ist auch ein Gutachten der Firma Inros Lackner.

Die Grünen stören sich an dessen Auslegung, dass der Abriss unvermeidlich sei. „Das Gutachten erwähnt mit keinem Wort, dass die Heinkelmauer nicht erhaltensfähig ist“, sagt Bürgerschaftsmitglied Uwe Flachsmeyer. Es werde dringender Handlungsbedarf signalisiert und Sanierungsmaßnahmen empfohlen. Dem Amt scheinen aber so oder so die Hände gebunden: „Wir können den Eigentümer beauflagen, Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, aber nicht, ein Denkmal zu erhalten“, sagt Selling. In den 1990er-Jahren sei die Mauer noch intakt gewesen, hätte in einen Bau integriert werden können. Heute nicht mehr. Den Verfall vergleicht Selling mit dem Kleinen Haus in der Eselflöterstraße. Das Amt könne nur, wenn es nicht gesichert ist, Bußgelder und Auflagen folgen lassen.

In der Kröpeliner-Tor-Vorstadt kommt das Thema Abriss nicht gut an: „Es ist auch eine grundsätzliche Entscheidung, wie die Stadt mit ihren Denkmälern umgeht“, sagt Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09). Der neue Eigner hält sich raus. „Wir haben das Grundstück gekauft, aber die Mauer ist Kriegers Auftrag“, sagt Geschäftsführer Ralf Zimlich. Krieger hatte die Mauer im Sommer repariert und das Gutachten beauftragt. Die Einigung ist, dass er auch für den Abriss aufkommt. Danach sei die Wiro bereit, vor Ort an die Historie zu erinnern, so Zimlich. Selling will zudem die Aufarbeitung im Museum.

Die Mauer ist Überbleibsel der Heinkel-Flugzeugwerke. Sie ist zugleich Zeugnis des industriellen Aufschwungs und der Zwangsarbeit während des Krieges.

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