Großaufgebot der Bandidos : Rügen und Stralsund erwarten 300 Rocker

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In Deutschland gibt es knapp 50 Chapter der Bandidos - hunderte ihrer Mitglieder wollen am Wochenende nach Stralsund kommen.dpa

Ein Großaufgebot der berüchtigten Bandidos will heute in Stralsund und auf Rügen Abschied von einem verunglückten Anführer nehmen. Man geht von 300 Rockern aus .

svz.de von
20. Juli 2012, 11:01 Uhr

Stralsund | Ein Großaufgebot der berüchtigten Bandidos will heute in Stralsund und auf Rügen Abschied von einem verunglückten Anführer nehmen. "Wir gehen von 300 Rockern aus", sagte gestern Maike Peters, Sprecherin der Stralsunder Polizeiinspektion, gegenüber unserer Redaktion. Andere sprechen von bis zu 700 Bandidos, die aus allen Teilen Deutschlands und den Nachbarländern anreisen wollen.

Bestattet wird Christian Heydt, der Vize-Chef des Bandido-Chapters auf Rügen, der vor drei Wochen bei einem Verkehrsunfall in Ostholstein ums Leben kam. Die Rocker wollen sich mittags in ihrer Stralsunder Vereinshalle versammeln und mit einem Motorrad-Corso über den Rügendamm nach Altefähr fahren. Von dort starten um 15 Uhr zwei Fahrgastschiffe der "Weißen Flotte", die die Trauergemeinde in die Prohner Wieck zu der Seebestattung bringen.

"30 Polizisten werden im Einsatz sein", so die Polizeisprecherin. Sie hält die Zahl der Einsatzkräfte für ausreichend, obwohl am heutigen Anreisetag mit viel Urlauberverkehr über die Rügenbrücke gerechnet wird. Außerdem ist heute Höhepunkt der Wallensteintage - einer Großveranstaltung im Stralsunder Hafen.

"Es geht hier um eine Trauerveranstaltung, wir gehen nicht davon aus, dass Gewalt provoziert wird", bergründete Maike Peters die geringe Polizeipräsenz. Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), betonte, dass ähnliche Trauerveranstaltungen in der Vergangenheit friedlich verlaufen sind.

Für das LKA sind die Rocker allerdings Teil der organisierten Kriminalität. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es fünf Chapter der Bandidos - "Neubrandenburg-City", "Neubrandenburg-Westside", "Stralsund", "Rügen" und "Strelitz". "Alles in allem etwa 100 Mitglieder", schätzt Schuldt. Die beiden Chapter in Anklam und in Greifswald wurden aufgelöst.

Erst vor zwei Wochen waren zwei Mitglieder der Bandidos auf einer Fähre aus Dänemark im Rostocker Überseehafen festgenommen worden. Sie sollen mit einem dritten Komplizen ein Kilogramm Sprengstoff nach Deutschland geschmuggelt haben. Drei Stangen waren im Auto des Trios sichergestellt worden.

Zwei Charter der konkurrierenden "Hells Angels" hatten sich dagegen in Schwerin und Rostock etabliert. In der Landeshauptstadt gibt es den Motorradclub nicht mehr. Nach 15 Durchsuchungen in Mecklenburg-Vorpommern und Lüneburg haben sich die "Hells Angels" Schwerin aufgelöst. Die Mitglieder sollen für den Kauf einer Hallenanlage ein Darlehen über 299 000 Euro erschlichen haben.

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