Rostocks Unternehmen - der Ausblick

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13. März 2013, 09:25 Uhr

Rostock | Die kommunalen Unternehmen stellen eine tragende Säule der Stadtpolitik dar. Jetzt haben sechs von ihnen ihre Wirtschaftspläne mit den wichtigsten Zahlen und Aufgaben für 2013 veröffentlicht.

Wiro: Mittelmole, Holzhalbinsel und zusätzliche Wohnungen in Groß Klein - die Wiro will in diesem Jahr ihre Großprojekte vorantreiben. In den vergangenen Jahren haben die fast 500 Mitarbeiter die finanziellen Grundlagen dafür geschaffen, trotz regelmäßiger zweistelliger Millionenabgaben an den städtischen Haushalt. In ihrem Wirtschaftsplan für 2013 geht die Wiro von 14 Millionen Euro aus, die sie im Folgejahr an die Hansestadt als ihren Eigentümer abführen soll. Das sind 3,4 Millionen mehr, als der Jahresgewinn beträgt, sodass das Unternehmen auf seine Rücklage zurückgreifen müsste. Noch mehr Abgaben, wie sie Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zuletzt gefordert hatte, seien daher nur auf Kosten sozialverträglicher Mieten realisierbar, so Geschäftsführer Ralf Zimlich. Zudem würden die Neubauprojekte dadurch behindert.

Mit hohen Einnahmen rechnet das Unternehmen unter anderem aus den Verkäufen von Grundstücken auf der Holzhalbinsel, der Marine Gehlsdorf, dem Kalverradd sowie im Wohnpark Brinckmanshöhe und dem Gewerbepark Süd. Diese sollen mehr als 8,6 Millionen Euro in die Kasse spülen.

Parkhaus-Gesellschaft: Die Parkhaus-Gesellschaft Rostock (PGR) gehört mit ihren zehn Mitarbeitern seit dem Jahreswechsel zu 100 Prozent der Wiro. Das Wohnungsunternehmen hat Cenit Immobilien dessen Anteile abgekauft. Im Auftrag der Stadt bewirtschaftet die PGR Parkplätze, Parkhäuser, Tiefgaragen und Schwimmsteganlagen. Außerdem betreibt sie das Parkleitsystem Rostock-Warnemünde. Der Vertrag mit der Stadt läuft noch bis Jahresende 2015, die erwirtschafteten Gewinne fließen an die Wiro. 2013 sollen das 217 000 Euro sein, 2011 waren es noch rund 350 000 Euro.

Service in Rostocker Wohnanlagen: Auch bei der Service in Rostocker Wohnanlagen GmbH (Sir) ist die Wiro alleiniger Gesellschafter und kassiert 90 Prozent der Gewinne. 2013 sind das voraussichtlich 720 000 Euro. Die übrigen zehn Prozent fließen in die Sir-Rücklage. Die 112 Mitarbeiter konzentrieren sich vor allem auf die Kernaufgaben in den Bereichen Hausempfang und Anlieger- und Grünflächenpflege. Außerdem übernehmen sie das Management für acht Sporthallen und eine Schießanlage. Auftraggeber ist die Wiro.

IGA: Als einzige der aufgeführten städtischen Gesellschaften fährt die IGA Rostock 2003 GmbH in ihrem zehnten Jubiläumsjahr Verluste ein. Im Wirtschaftsplan ist ein Minus von mehr als 200 000 Euro veranschlagt, die Hansestadt als Gesellschafterin schießt zwei Millionen Euro zu. Aufgrund steigender Reparatur- und Instandhaltungskosten soll dieser Zuschuss in den kommenden Jahren noch einmal um 100 000 Euro anziehen. 2013 stehen unter anderem Überprüfungen der Park-Brücken sowie ein neuer Außenanstrich für das Traditionsschiff an. Die ursprünglich fürs vergangene Jahr geplante Ansiedlung einer Wasserski-Anlage scheiterte an einer fehlenden Baugenehmigung für das Funktionshaus, soll nun aber möglichst bald nachgeholt werden. Außerdem läuft derzeit die Erarbeitung einer Entwicklungskonzeption für den Park samt integriertem Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum. Die ständige Ausstellung im Museum soll um den Bereich Offshore erweitert und die Veranstaltungen zur Umweltbildung im Mecklenburger Hallenhaus fortgesetzt werden. Darüber hinaus sollen 15 Großveranstaltungen den Park im Jubiläumsjahr mit Leben füllen.

Hero: Aufgabe der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) ist vor allem die Bereitstellung der Infrastruktur im Seehafen. Unter anderem finanziert sie diese über die Hafenentgelte, die in diesem Jahr 17,5 Millionen Euro einbringen sollen. Trotz der allein für 2013 veranschlagten 31,6 Millionen Euro Investitionen plant das Unternehmen unterm Strich mit einem Gewinn von 2,2 Millionen Euro. Zuletzt hatten Fraktionen der Bürgerschaft deswegen eine Beteiligung der Hero an der städtischen Haushaltssanierung gefordert, das Unternehmen selbst würde das Geld aber lieber re investieren. Bis 2017 sollen beispielsweise das Terminal für den kombinierten Ladungsverkehr erweitert, zwölf Liegeplätze neu gebaut sowie Flächen für eine Hafenerweiterung angekauft und mit Versorgungsmedien ausgestattet werden. Allein das kostet 138 Millionen Euro. Außerdem will die Hero 6,7 Millionen Euro für den Ankauf der Warnemünder Kreuzfahrt-Anlagen und deren Vorbereitung für Landstromanschlüsse ausgeben.

Die Hero ist unter anderem an den Gesellschaften Rostock Business, Rostock Trimodal und Baltic Transport Solutions beteiligt. Zudem tritt sie als Sponsor der Seemannsmission, der Festspiele MV, des Kempowski-Archivs und des Zoos auf.

Fracht- und Fischereihafen: Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) rechnet mit 400 000 Euro Gewinn in 2013. Davon sollen 135 000 an die Stadt und 250 000 Euro in die Rücklage fließen. Die Tätigkeitsfelder liegen im Umschlag und in der Lagerung von landwirtschaftlichen Produkten, Massen-, Stück-, Kühl- und Gefriergütern, der Ver- und Entsorgung von Schiffen sowie der Grundstücksbewirtschaftung.

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