Das Große Geld? : Rostocks Steuern sprudeln weiter

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Einnahmen steigen im dritten Jahr in Folge auf jetzt 168,6 Millionen Euro. Pro-Kopf-Aufkommen erreicht nur 70 Prozent des Westniveaus.

svz.de von
26. November 2015, 22:06 Uhr

Im Schnitt hat jeder Rostocker im vergangenen Jahr 794 Euro netto Steuern gezahlt – das sind 190 Euro mehr im Vergleich zum Jahr 2010. Damit liegt Rostock zwar deutlich über dem Landesdurchschnitt, hinkt den Kommunen in den alten Bundesländern aber noch immer hinterher. Ihnen gegenüber erreicht die Hansestadt trotz fortgesetzter Aufholjagd noch immer nur 70 Prozent des Pro-Kopf-Aufkommens. Das geht aus der aktuellen Steueranalyse des Rathauses hervor.

Demnach flossen im vergangenen Jahr insgesamt 168,6 Millionen Euro Steuern in die Stadtkasse. Das entspricht einem Zuwachs von 7,4 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. „Damit ist das Steueraufkommen im dritten Jahr hintereinander wieder kräftig angestiegen“, schreibt Finanzsenator Chris Müller (SPD) im Vorwort der Analyse. Die Stagnation zwischen 2009 und 2011 infolge der Wirtschaftskrise scheint endgültig überwunden. Das belegen die Zuwachsraten von 8,3 Prozent bei der Gewerbesteuer und zehn Prozent beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer allein gegenüber dem Vorjahr.

Dabei ist die Zahl der Gewerbesteuerpflichtigen innerhalb eines Jahres von fast 16 000 auf rund 12 400 gefallen. Die Verwaltung begründet das mit dem Abschluss alter Fälle in Zusammenarbeit mit den Finanzämtern. Zudem ist Rostocks Gewerbesteuer-Hebesatz von 465 Prozent der höchste aller großen Städte in MV, bundesweit liegt er allerdings nur im Mittelfeld. Die zahlungskräftigsten Branchen in der Hansestadt sind das verarbeitende Gewerbe, Banken und Versicherungen sowie Dienstleistungen.

Während Rostock beim Gewerbesteuer-Hebesatz im Land vorne liegt, hat es nach Greifswald den niedrigsten Grundsteuer B-Hebesatz der großen Städte. Er liegt bei 480 Prozent. Schwerin berechnet 630, Neubrandenburg 550 Prozent. Die beiden Städte liegen auch bei der Steuereinnahmekraft pro Einwohner vor Rostock. Diese fasst alle Steuern zusammen und bereinigt die verschiedenen Hebesätze zugunsten der Vergleichbarkeit.

Nur wenig zu den Gesamteinnahmen tragen die örtlichen Gemeindesteuern bei – zwei Prozent. Sie treffen Hundehalter, Diskotheken, Spielhallen und Menschen mit Zweitwohnsitz in Rostock. Hundehalter müssen seit dem vergangen Jahr 108 statt bisher 84 Euro an die Stadt entrichten. In der Folge sank die Zahl der gemeldeten Vierbeiner um rund 200 auf nun etwa 6600. Nicht kastrierte Kampfhunde gibt es in der gesamten Stadt elf. Für sie werden jeweils 468 Euro fällig. Von 25 auf 19 gesunken ist auch die Zahl der regelmäßigen Tanzveranstalter, unregelmäßige gibt es im Schnitt vier.

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