Verkehr : Rostocks Radfahrer mögen es warm

Die Radfahrerin Lisa Ortwein wünscht sich für die viel befahrene Ulmenstraße eine Fußgängerampel und dass sichergestellt wird, dass Autos nicht mehr in der zweiten Reihe parken.
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Die Radfahrerin Lisa Ortwein wünscht sich für die viel befahrene Ulmenstraße eine Fußgängerampel und dass sichergestellt wird, dass Autos nicht mehr in der zweiten Reihe parken.

Masterarbeit belegt: Nur 40 Prozent treten das ganze Jahr über in die Pedale / Forum vertagt Diskussion zum Brennpunkt Ulmenstraße

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20. November 2014, 10:00 Uhr

Schnelle Autos, Parken in zweiter Reihe, schlechte Sicht beim Abbiegen, kein durchgehender Fahrradweg: „Das Radfahren in der Ulmenstraße ist nicht einfach“, sagt Lisa Ortwein. Die Studentin der Politik- und Erziehungswissenschaften muss es wissen, denn sie fährt täglich von der Innenstadt zum Ulmen-Campus. Das Überqueren der Straße sei schwierig, da die vielen Autos oft nur schlecht zu sehen seien, so die 21-Jährige. Daher wünscht sie sich eine Fußgängerampel und das Verbot für Autos, in der zweiten Reihe zu parken.

Seit Jahren ist die Ulmenstraße als gefährlicher Brennpunkt für Radfahrer in Rostock bekannt. Daher sollten die dortigen Planungen auch Thema beim gestrigen Fahrradforum im Rathaus sein. Doch der Tagesordnungspunkt wurde vertagt: „Die Verwaltung hat noch nicht abgestimmt“, sagte Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne).

Stattdessen stellte Hauke Karnath von der TU Dortmund seine Master-Arbeit zum Thema „Radverkehr – auch im Winter?“ vor. „Rostock ist eine der wenigen deutschen Städte mit automatischen Zählstellen für Radfahrer", sagte der Raumplaner. Daher habe er in der Hansestadt den Einfluss von Temperatur und Niederschlag aufs Radfahren für seine Arbeit statistisch gut auswerten können.

In Skandinavien sei dies ein große Thema, im deutschsprachigen Raum sei es jedoch noch nicht behandelt worden. Karnaths Ergebnis: „In Rostock gibt es 40 Prozent umweltfreundliche Ganzjahresradler.“ Daraus folge, dass 60 Prozent derjenigen, die im Sommer radeln, dies im Winter nicht tun, so der 26-Jährige. Die Verzerrung durch mehr Touristen im Sommer müsse dabei berücksichtigt werden. Entstanden sind diese Messwerte an der Zählerstelle Am Strande. Sein zweiter Schluss: „Die Rostocker sind tendenziell temperaturempfindlich“, so Karnath. Seiner Untersuchung zufolge habe hingegen Niederschlag weniger Einfluss auf hiesige Radler.

Um das Fahrradfahren zu unterstützen, plädiert Karnath für eine spezielle Förderung im Winter – etwa mit überdachtem Radparken und bevorzugter Räumung der Haupt-Rad-Routen.

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