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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 19:55 Uhr

denkmäler : Rostocks Kulturschatz hautnah

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Viele Besucher nutzten den Tag des offenen Denkmals, um sonst verschlossene Bauten ausführlich zu bewundern

von
erstellt am 15.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Einmal auf den Dachstuhl der Marienkirche: Diese Gelegenheit gab es beim gestrigen Tag des offenen Denkmals in Rostock. Daneben öffneten 24 andere Denkmäler unter dem Motto „Farbe“ ihre Tore.

Turmführer Vladimir Korobenikov (55) geht die 206 schmalen Stufen – vorbei am Gewölbe des Seitenschiffs, der Orgel, des Uhrwerks von 1908 und alten Bauelementen – bis zum Dachboden der gotischen Marienkirche voran. Immer wieder bleibt er stehen und teilt mit den 13 Teilnehmern sein Wissen: „Diese Eichenbalken sind 600 Jahre alt und halten immer noch“, sagt er mit Blick an die Decke. Auch vom Arbeitszimmer des Turmdieners mit Blick auf Rathaus und Uni sind die Besucher angetan.

Marian Löbler, selbst Stadtführer, ist fasziniert: „Ich interessiere mich sehr für Bereiche, die sonst verschlossen sind“, sagt der 61-Jährige. Die Planungszeichnungen der norddeutschen Backsteinkirche, die in mehreren Bauphasen ab der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und im 15. Jahrhundert vollendet wurde, nimmt er genauestens in Augenschein.

„Auch die Glocken mit ihren dicken Wänden begeistern mich“, so Löbler. Die Stundenglocke, die majestätisch ertönt, stammt noch aus dem Mittelalter. Der Stadtführer kommt aus dem Schwärmen nicht heraus, als sein Blick auf die alte Seilwinde schweift, mit welcher der Türmer einst seine Verpflegung in die Höhe hievte.

„Wir wollten einmal vom Turm aus aufs Rathaus gucken“, sagt Thomas Biebig (41). Neben der Marienkirche nutzten er und sein siebenjähriger Sohn Ole den Tag des offenen Denkmals, um das alte Stellwerk und den Hornschen Hof zu besichtigen. Christel Reuter (65) war bereits vor vielen Jahren auf dem Turm der Marienkirche – „als man es noch durfte“, so die 65-Jährige. Sie und ihr Mann hatten sich außerdem vorgenommen, die ehemalige Anker-Spirituosen-Fabrik zu besichtigen.

Hiltrud und Uwe Schaal hingegen trieb es ins Kröpeliner Tor: „Wir interessieren uns für Malerei und wollten die Ausstellung ’Im Banne der Farben’ sehen“, sagt die 75-Jährige, die sich zuvor von der gelungenen Wiederherrichtung des Uni-Hauptgebäudes überzeugt hatte.

Rund 400 Besucher kamen ins Kröpeliner Tor, um etwa einen Vortrag zum Mittelalter, eine Führung zum Thema: „Die Farbe Rot – Backsteingotik in Rostock“ oder einfach nur das repräsentative Tor an sich zu erleben, „dessen Nebentore nicht einmal 100 Jahre standen“, wie Betreuer Ralf Bolmohr bedauert.

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