Gemüseanbau : Rostocks Kleingärtner sind im Erntefieber

Über prima Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln – alle ohne Pflanzenschutzmittel oder industriell gefertigten Dünger gezogen – freut sich der Vereinsvorsitzende Hans-Ulrich Amberg (60).
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Über prima Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln – alle ohne Pflanzenschutzmittel oder industriell gefertigten Dünger gezogen – freut sich der Vereinsvorsitzende Hans-Ulrich Amberg (60).

Siegfried Käding züchtet Tomaten verschiedenster Farben und Formen.

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28. August 2015, 12:00 Uhr

Die Tomaten sind der ganze Stolz von Siegfried Käding. Rot, gelb, schwarz, rund oder länglich – in seinem Gewächshaus in der Kleingartenanlage „Feierabend“ in Reutershagen hat der 85-Jährige die süße Frucht in den verschiedensten Farben und Formen angebaut. „Acht bis zehn verschiedene müssten es sein, alle handgezogen“, sagt der Rostocker.

Seit 1987 betreibt er seinen Schrebergarten in Reutershagen, schätzt vor allem den Ausgleich und die Beschäftigung. Im Garten des Rostockers grünt und blüht es reichlich. Zucchinis, Äpfel, Gurken, aber auch zahlreiche Blumen finden sich auf den rund 360 Quadratmetern. „Kartoffeln, Bohnen und Erdbeeren sind schon durch, erst kürzlich habe ich zudem fast acht Kilo Grünkohl eingefroren“, sagt Käding nicht ohne Stolz. Bei seinen Tomaten hält es der 85-Jährige hingegen eher klassisch. „In Scheiben geschnitten, mit einer Prise Salz und Pfeffer sowie Zwiebeln schmecken sie am besten“, sagt er.

Doch nicht nur Siegfried Käding ist in diesen Tagen im Erntefieber. Ein paar Meter weiter hat auch Hans-Ulrich Amberg mächtig zu tun. Möhren und Kartoffeln sind noch in der Erde und auch die Brombeeren werden langsam reif. „Neben dem Frühling, wenn alles langsam grün wird, ist jetzt die schönste Zeit des Jahres“, sagt der Vorsitzende der Kleingartenanlage „Feierabend“.

Gemeinsam mit Ehefrau Astrid ist der Rostocker in den Sommermonaten nahezu täglich in seiner grünen Oase anzutreffen und baut mit Leib und Seele Obst und Gemüse an. „Natürlich könnte ich meine Möhre auch im Supermarkt kaufen, geschmacklich ist das zu den selbst angebauten aber ein Unterschied wie Tag und Nacht“, so Amberg. Der eine oder andere nette Plausch über den Gartenzaun und gemeinsame Feste mit den Nachbarn machen das Glück des 60-Jährigen perfekt.

Dennoch lassen sich heute längst nicht mehr so viele Rostocker für die eigene Laube begeistern wie noch vor ein paar Jahren. „Momentan stehen zwar nur drei Parzellen frei, dennoch wird uns der demografische Wandel in den kommenden Jahren wohl zu schaffen machen“, sagt Kleingärtner Amberg. Während die ältesten Pächter der Anlage in Reutershagen bereits Ende 80 sind, mangelt es in Reutershagen vor allem an Nachwuchs. „Dementsprechend freuen wir uns über jeden jungen, aber auch älteren Kleingärtner, der neu zu uns stoßen möchte“, sagt er.

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