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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 05:48 Uhr

Krankenhausserie : Rostocks Generationskrankenhaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vom Bezirkskrankenhaus der ehemaligen DDR zur kommunalen Klinik der Hansestadt Rostock: In der Südstadt wird in diesem Jahr 50. Jubiläum gefeiert.

von
erstellt am 21.Mai.2015 | 11:00 Uhr

Vor rund 50 Jahren, am 11. Dezember 1965, feierte die ehemalige DDR nicht nur den Tag des Gesundheitswesens und den Geburtstag von Robert Koch, dem Entdecker des Tuberkuloseerregers, sondern auch die Übergabe ihres ersten Krankenhaus-Neubaus. 32,8 Millionen DDR-Mark hat der Palast der Gesundheit gekostet. Geld, das eine medizinische Versorgung auf dem neuesten Stand der damaligen Forschung und Entwicklung ermöglichte. Das Bezirkskrankenhaus beherbergte 557 Betten. Von Beginn an wurde am Klinikum interdisziplinär gearbeitet, medizinische Fachgebiete verknüpft, sodass die in der DDR und in Europa übliche Krankenhaus-Verweildauer von rund 27 Tagen in der Südstadt auf durchschnittlich 14 Tage verkürzt werden konnte.

„Das Klinikum Südstadt arbeitet seit seiner Gründung 1965 als hochmodernes effizient strukturiertes Haus“, sagt Renate Fieber, Verwaltungsdirektorin des Klinikums. „Durch eine intensive fachübergreifende Arbeit der verschiedenen Kliniken gelingt es, Patienten umfassend ganzheitlich zu betreuen“, ergänzt sie.


Beste Behandlung dank Zentrumsstruktur


Auf diese Weise konnte die Klinik bereits 1966 einen Einzugsbereich von 400 000 Einwohnern mit moderner medizinischer Versorgung abdecken.

1998 wurde eine Neustrukturierung der Kliniken in Rostock beschlossen. Dies betraf die Fachgebiete Urologie, Pädiatrie und Frauenheilkunde. Im Dezember 2004 fusionierten die beiden Rostocker Frauenkliniken zur Universitätsfrauenklinik und Poliklinik am Klinikum Süd. Eine der größten Frauen- und Geburtskliniken in Deutschland entstand. „Die Fusion war ein wesentlicher Meilenstein für die Entwicklung des Klinikums“, beteuert der ärztlicher Direktor Dr. Hans-Christof Schober. „Das Klinikum Südstadt ist ein Generationskrankenhaus, denn das medizinische Angebot erstreckt sich von Beginn bis zum Ende eines Lebens, von der Geburt bis zu den letzten Tagen“, erklärt er und verweist damit auf die Zentrumsstruktur des Klinikums. In den zurückliegenden Jahren sei die Zentrenbildung weiterentwickelt worden. Auf diesem Weg könne die Patientenbetreuung optimiert und Medizin aus einer Hand ermöglicht werden. Hochspezialisierte Behandlungen wie sie beispielsweise Krebspatienten häufig benötigen würden, seien dank der insgesamt elf zertifizierten Zentren anwendbar. „In dem Zentrum für Krebsbehandlung können Erkrankungen wie Brustkrebs, Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber auch Lymphknotenkrebs und andere Tumorarten behandelt werden“, führt Schober aus.

Das Klinikum könne auf eine Reihe Besonderheiten in der Versorgung von Patienten blicken. „Dazu gehört zum Beispiel auch eine hochspezialisierte Rheumaklinik – einmalig in Mecklenburg-Vorpommern. Viele weitere Fachgebiete wie die Adipositasbehandlung sind vertreten, die eine umfangreiche Betreuung der Patienten garantieren“, sagt Schober.

Und das obwohl die Anzahl der Patienten in der ambulanten und stationären Behandlung in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Das Ziel bleibe immer gleich: jedem Patienten eine auf sein individuelles Krankheitsbild maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. „Dies setzt funktionierende Netzwerke von Kliniken und Fachabteilungen, mit anderen Krankenhäusern der Umgebung und mit niedergelassenen Ärzten der Region voraus“, weiß Fieber.


Klinik schreibt seit Jahren schwarze Zahlen


Das Klinikum Südstadt ist als kommunaler Eigenbetrieb Teil der Hansestadt Rostock. Und das einzige Krankenhaus Mecklenburg-Vorpommerns, dass überhaupt noch in kommunaler Hand liegt. Mehr als 1300 Mitarbeiter sind derzeit in dem Haus beschäftigt. Sie arbeiten unter anderem in der Pflege, der Küche oder der Technik. „Sie sind die guten Seelen unseres Hauses und immer engagiert dabei, den Patienten Schmerz und Angst zu nehmen und durch Zuwendung und Hingabe die Heilungskräfte der Patienten zu stärken“, sagt Dr. Hans-Christof Schober. Mit 465 Betten werden jährlich mehr als 76 000 stationäre, teilstationäre und ambulante Patienten versorgt. „Wir kümmern uns nicht nur um die medizinische Versorgung der Rostocker und der Menschen aus der Region, sondern sind auch ein Klinikum, das schwarze Zahlen schreibt“, betont Renate Fieber. Erst im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Krankenhaus einen Umsatz von 111 Millionen Euro und erzielte einen Überschuss von 2,1 Millionen Euro.

 

Mehr zu der neuen Krankenhausserie der NNN finden Sie in der Donnerstagsausgabe – Impressionen aus der Klinik und ein Überblick zu den Zentren inklusive.

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