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18. Oktober 2017 | 07:56 Uhr

Rostocks Gebäude-Manager im Minus

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2012 | 09:38 Uhr

Rostock | Der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) hat als Manager der städtischen Immobilien im vergangenen Jahr mehr als 5,2 Millionen Euro Verlust gemacht. Profitiert hat davon der Rostocker Haushalt. Denn das Defizit ist zum Großteil Folge niedriger Mieten, die die Stadt für ihre 134 Schulen und Sportstätten zahlen musste. Letztere hatte sie zum Jahresbeginn 2011 an den KOE - ihr eigenes Unternehmen - übertragen. Außerdem schlagen sich nicht realisierte Grundstücksverkäufe im Güterverkehrszentrum in Höhe von 1,5 Millionen Euro im Ergebnis nieder.

"Der Jahresverlust soll, vorbehaltlich der Zustimmung der Bürgerschaft, durch Entnahme aus den Rücklagen ausgeglichen werden", sagt KOE-Chefin Sigrid Hecht. Die würden dadurch auf 187 Millionen Euro sinken. Die Eigenkapitalausstattung entspreche aber auch dann noch den Anforderungen des Landesrechnungshofes. Dieser hatte den Jahresabschluss im August freigegeben. Die Wirtschaftsprüfer hatten dem Bericht bereits im April einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. "Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt", sagt Steuerberater Wolf Kobarg.

"Das städtische Entgelt für die Schulen und Sportstätten betrug im vergangenen Jahr 1,95 Euro pro Quadratmeter", sagt Hecht. Zum Vergleich: Für die übrigen 217 von ihr genutzten Immobilien zahlte die Stadt kostendeckende 4,05 Euro pro Quadratmeter an ihr Tochter-Unternehmen. Die Differenz sei einmalig und politisch gewollt gewesen. Hecht fordert: "Künftige Vermögensübertragungen sollten auf einer kostendeckenden Entgeltkalkulation basieren." Das gelte auch für das geplante neue Volkstheater und Immobilien des Grün- sowie des Tief- und Hafenbauamts. Seit Anfang dieses Jahres ist der KOE zudem für die Feuerwehr-Gebäude, Museen sowie Immobilien des Stadtforstamtes zuständig.

Damit ist die Bilanzsumme des Unternehmens in diesem Jahr noch einmal gewachsen. 2011 lag sie bei 319 Millionen Euro, bei 384 bewirtschafteten Immobilien. Das Anlagevermögen betrug 194 Millionen Euro, der Umsatz mehr als 20 Millionen Euro. Darüber hinaus verwaltete der KOE fast 50 Millionen Euro Fördermittel. Gleichzeitig investierte das kommunale Unternehmen selbst rund 15 Millionen Euro in seine Immobilien. Den teuersten Posten stellte dabei die Sanierung des Musikschulzentrums dar. 3,8 Millionen Euro flossen zudem in die Sanierung der Schulen und Sportstätten, beispielsweise im Stephan-Jantzen-Ring, in der Maxim-Gorki-Straße oder auch in der Petrischanze. Außerdem betreute der KOE den Neubau des Stadtteil- und Begegnungszentrums in Lichtenhagen, energetische Sanierungsarbeiten an Kindertagesstätten und die Wiederherstellung des Barocksaals. Auch der Neubau des Jugendalternativzentrums (Jaz) und die Sanierung der Neptun-Schwimmhalle fallen in die Zuständigkeit des KOE.

Insgesamt arbeiteten 2011 durchschnittlich 55 Beschäftigte im KOE - sechs weniger als angesetzt. Ihre Löhne, Gehälter und soziale Abgaben schlagen mit knapp drei Millionen Euro zu Buche. "Die Personalkosten sind gestiegen", sagt Hecht. Grund seien generell mehr Mitarbeiter sowie Tarifanpassungen und Überstundenvereinbarungen wegen des erhöhten Arbeitsaufwandes in Folge der Immobilienübertragungen.

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