Gesellen-Prüfung : Rostockerin sichert sich Platz eins

Susanne Beese erhielt die Note 1 für ihr Gesellenstück. Neben ihr Landesinnungsmeister Thomas Griewe und Markus Beckmann, der Vorsitzende der Prüfungsausschusses.
Susanne Beese erhielt die Note 1 für ihr Gesellenstück. Neben ihr Landesinnungsmeister Thomas Griewe und Markus Beckmann, der Vorsitzende der Prüfungsausschusses.

Susanne Beese ist die beste Raumausstatter-Auszubildende in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Nachfolger müssen künftig weit fahren.

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29. August 2016, 08:00 Uhr

Die Note 1 haben die Prüfer am Freitag in Parchim für das Gesellenstück von Susanne Beese von der Firma Eikboom vergeben. Die Rostockerin wurde damit Landessiegerin bei der diesjährigen Gesellenprüfung der Raumausstatter.

Drei Tage hatte sie wie auch die anderen sieben Auszubildenden an ihrem Gesellenstück gearbeitet, bei dem die Raumausstatterin ihre ganzen Fertigkeiten beweisen musste. Denn zu den Aufgaben der Azubis gehörte es, einen Stuhl oder einen Sessel zu polstern, Fußboden zu verlegen, Wände zu gestalten, ein Fenster zu dekorieren. Nur durch Zufall sei sie auf ihren Ausbildungsberuf gestoßen, erzählt Beese. Inzwischen sei ihr Plan, in einigen Jahren eine Meisterausbildung zu absolvieren.

„Wir sind insgesamt sehr zufrieden“, sagt Markus Beckmann, der Prüfungsausschussvorsitzende aus Banzkow, über die diesjährigen Absolventen. Kein Azubi sei durchgefallen. Die Prüfer vergaben einmal die Note 1, einmal die 2 und sechsmal die 3. Die praktische Prüfung der Raumausstatter hat eine lange Tradition in Parchim. Doch deren Ende naht, da die theoretische Ausbildung dieses Berufszweiges in Parchim ausläuft. Im vergangenen Jahr musste sich das erste Lehrjahr erstmals auf den Weg in die Berufsschule im weit entfernten Oldenburg machen. Das gilt auch für die landesweit fünf Neueinsteiger dieses Jahres aus MV. Es sei schade, dass es im Land keine Berufsschulausbildung mehr gibt, so Landesinnungsmeister Thomas Griewe aus Eldena. Die Handwerker sind interessiert, in der Zukunft wenigsten die Hoheit über die Prüfungen zu behalten.

Auch Karin Klehr, Abteilungsleiterin in der Handwerkskammer, sieht es kritisch, wenn das Land MV wie bei den Raumausstattern aus der Berufsausbildung aussteigt. Das sei ein Ausbildungshemmnis, denn die Wege würden weiter und Fahrt- und Unterbringungskosten teurer. Öffentliche Zuschüsse, die bei Azubis mit geringem Einkommen beantragt werden können, würden mit anderen Sozialleistungen verrechnet und kommen bei den wirklich Bedürftigen nicht an. Sie seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein, meint auch Griewe. Viele Ausbildungsbetriebe würden inzwischen freiwillig für die Kosten für Fahrt- und Unterbringung am Ort der Berufsschule aufkommen.

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