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Projekt : Rostocker wollen eine Wohnberatung etablieren

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Initiative plant Anlaufstelle für barrierefreies Umbauen und Hilfsmittel

Die Menschen werden immer älter. Gleichzeitig ist Wohnraum knapp in Rostock – „vor allem seniorengerechter und barrierefreier“, sagt Robert Sonnevend. Er koordiniert das Rostocker Projekt Länger Leben im Quartier. Eine Arbeitsgruppe daraus will den Weg für eine Wohnraumberatungsstelle in Rostock ebnen, um es älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen in ihren vier Wänden leichter zu machen.

Sie sollen Tipps für kleine Hilfsmittel, aber auch zur Förderung größerer Umbauten – von der barrierefreien Dusche bis zum Fahrstuhl am Neubaublock – erhalten.

Möglich werden soll die Stelle durch geballte Kompetenz der Experten, die es vereinzelt in der Stadt schon gibt. In der Arbeitsgruppe kamen mehr als zehn Menschen – Vertreter vom Bauamt, Pflegestützpunkt, Wohnungsunternehmen, die Behindertenbeauftragte und ein Sozialplaner – zusammen. Marco Brinkmann wirkte als Privatperson mit, hat aber als Mitarbeiter einer Wohnungsgenossenschaft Erfahrungen mit dem Thema. Bisher würden sich alle Unternehmen für sich und nicht hinlänglich mit dem Thema beschäftigen. Er kennt das Konzept Wohnraumberatungsstelle aus Lübeck. „Da gelingt es mit gemeinsamen Interessen von Kommune und Wohnungsunternehmen“, sagt Brinkmann. MV ist das einzige Bundesland ohne Wohnraumberatungsstelle.

Eine besondere Fachkompetenz bringt Johannes Schinke in die Arbeitsgruppe. Der 29-Jährige ist selbst stark mobilitätseingeschränkt, sitzt im Rollstuhl, und er ist zertifizierter Wohnraumberater. „Wir haben sieben Wohnungsunternehmen, die wir in Kooperation bringen wollen – mit Unterstützung der Stadt“, sagt Schinke.

Dass Bedarf für Wohnraumberatung besteht, hatte auch eine Seniorenbefragung vom Landesverband Sozialpsychiatrie, zu dem das Projekt Länger leben im Quartier gehört, gezeigt. Ein großes Thema für die Älteren war die Sorge, nicht in ihrer Wohnung bleiben zu können. In der Hansestadt gab es früher beim Verein Barrierefreies Rostock einen einzelnen Wohnraumberater, die Stelle konnte nicht gehalten werden. Vor anderthalb Jahren begann eine städtische Beraterin. Seit Januar ist sie im Flüchtlingsamt. Und wird nicht vertreten. Sie war auch Mitglied in der Arbeitsgruppe, die bis Juli letzten Jahres arbeitete.

Ihre Stelle zu ersetzen, sei nicht das Ziel, sagt Sonnevend, viel mehr wolle die Gruppe das Angebot ergänzen – zu einer richtigen Beratungsstelle. Mehrkosten für die Stadt müssten nicht entstehen. „Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an technischen Geräten, die im Alltag helfen“, sagt er – auch daran, was gefördert wird, mehrere Tausend Euro Förderung sind über Pflegekassen möglich. „Viele wissen weder inhaltlich noch finanziell von ihren Möglichkeiten.“ Die Arbeitsgruppe wartet noch auf eine Antwort von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), dem sie den Konzeptentwurf im Juli übersandt haben. Jüngst äußerte der OB aber, dass das Projekt leider derzeit durch die Stadt nicht unterstützt werden könne.

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erstellt am 01.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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