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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 07:01 Uhr

Rostocker Senioren sind zufrieden

vom

svz.de von
erstellt am 26.Mär.2012 | 08:27 Uhr

Rostock | Drei Jahre lebt Käte Alm nun schon im betreuten Wohnen des Jacobi-Stifts der Rostocker Stadtmission in der Feldstraße. Die 91-Jährige ist froh, mitten in Rostocks Innenstadt einen Wohnplatz bekommen zu haben. "Ich bin so gerne im Lindenpark. Dort ist es sehr schön", sagt Alm. Oft sitzt sie mit den anderen Bewohnern der Einrichtung zusammen und tauscht sich aus. "Mein Lieblingsort ist die ,vornehme Ecke’. Hier ist es so gemütlich", sagt Alm und meint einen kleinen Bereich, den die Heimmitarbeiter mit hochwertigen Holzmöbeln eingerichtet haben.

Problem: Mieten sind zu hoch

In den vergangenen Jahren sind viele altersgerechte Wohnungen und Pflegeheime im Rostocker Stadtgebiet entstanden. "Die Älteren wollen zurück in die Stadt und nicht in den Randgebieten leben", erklärt Sebastian von Weiss, Leiter des Jacobi-Stifts. Die Nachfrage ist da, um die zehn Personen stehen regelmäßig auf einer Warteliste. Grund sei auch die hohe Konzentration von ärztlichen Einrichtungen. Das Problem seien jedoch die extrem hohen Mieten. "Man muss mit 8 bis 10,50 Euro warm für einen Quadratmeter rechnen", so von Weiss. Nicht alle könnten sich das von ihrer Rente leisten. Viele Bewohner seien in Rostock aufgewachsen, sind jedoch recht früh in die alten Bundesländer gegangen. Jetzt kommen sie wieder in ihre Heimatstadt zurück. "Die Menschen haben natürlich ganz andere Renten", sagt von Weiss.

Bei der Befragung zur großen NNN-Serie "Lebenswert" zeigen sich 66 Prozent der Teilnehmer zufrieden mit dem Angebot für Ältere in Rostock. Neben den Seniorenheimen zählen hierzu auch die Freizeitangebote. "Wer sich als alter Mensch kümmert, findet auch was. Nur daheim auf dem Sofa sitzen, hilft nicht", sagt unsere Leserin Eleonore Aßmann. Die 80-Jährige ist selbst Rentnerin. Nur 24 Prozent vergeben die Noten Vier, Fünf und Sechs. Auch im Jacobi-Stift gibt es eine Reihe von Beschäftigungsmöglichkeiten. Käte Alm mag besonders das kognitive Training, die Bastelveranstaltungen sowie die Sportangebote. Das Gute: Die Teilnahme ist für jeden Bewohner freigestellt. "Ich muss nicht immer mitmachen, manchmal brauche ich auch etwas Freizeit", sagt die 91-Jährige.

Von Weiss und seine Kollegen von der Rostocker Stadtmission planen für die Zukunft, ihr Angebot zu vergrößern, auch wenn das nicht so einfach sei. Für die kommenden Jahre wünscht sich der Leiter vor allem, dass mehr altersgerechte Zugänge entstehen. Auch viele Fußgängerwege seien dringend sanierungsbedürftig. "Wir sitzen in der KTV, einem jungen Stadtteil. Leider sieht die Stadt hier noch keinen Handlungsbedarf." Auch Sitzmöglichkeiten im Stadtteil, die sich die Bewohner wünschen, wurden noch nicht umgesetzt.

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