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Französische Behörden werfen Fischtrawler illegale Fangmethoden vor : Rostocker Schiff an der Kette

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Französische Behörden haben den Fischtrawler "Maartje Theadora" im Ärmelkanal gestoppt. Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff steht nach Medienberichten im Verdacht, gegen EU-Fischereirecht verstoßen zu haben.

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erstellt am 16.Dez.2012 | 10:06 Uhr

Rostock | Französische Behörden haben den Fischtrawler "Maartje Theadora" im Ärmelkanal gestoppt. Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff steht nach französischen Medienberichten im Verdacht, gegen EU-Fischereirecht verstoßen zu haben. So habe das Schiff mit Heimathafen Rostock nicht die erlaubte Fischart gefischt. Zudem seien illegale Fischfangmethoden angewendet worden. Ein Fang von 2000 Tonnen soll nicht den europäischen Vorschriften entsprechen. Die "Maartje Theadora" wurde in den nordwestfranzösischen Hafen von Cherbourg gebracht. Die Reederei wies die Vorwürfe zurück.

Der Trawler des niederländischen Eigners Parlevliet & Van Der Plas B.V. wird von der Doggerbank Seefischerei GmbH aus Bremerhaven betrieben. Das Unternehmen hat auch in Rostock einen Sitz. Erst Ende Oktober hatte ein Sprecher angekündigt, die Fangaktivitäten auf die Antarktis auszudehnen. Ziel sei es, dort Krill zu fangen. Arktischer Krill ist eine Krebsart, die auch Walen als Nahrung dient.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Dr. Ursula Karlowski, sagte: "Wir fordern von der Landesregierung Aufklärung, ob die Doggerbank Seefischerei GmbH über unser Bundesland in den Genuss von Fördermitteln aus dem EU-Fischereifonds kommt." Wenn Supertrawler, wie die "Maartje Theadora", auf Raubzug gingen und bedrohte Fischarten an den Rand des Aussterbens brächten, sei es skandalös, hierfür öffentliche Mittel einzusetzen. Arktischer Krill solle, so Karlowski, zu Fischmehl verarbeitet werden, der in der Tiermast zum Einsatz kommt. "Es wäre absurd, die einmalige Natur der Arktis für unsere Schweineschnitzel zu plündern", sagt sie. Auch die Umweltorganisation Greenpeace hatte bereits gegen die Fangmethoden der "Maartje Theadora" protestiert.

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