Kobanê : Rostocker schicken 40 Tonnen Hilfe

MV für Kobanê: Anwalt Thomas Wanie und Gastronom Bahri Oktan beladen den 40-Tonner.
Foto:
MV für Kobanê: Anwalt Thomas Wanie und Gastronom Bahri Oktan beladen den 40-Tonner.

Initiative sammelt in MV und kooperiert mit Hamburgern / Lkw kommen am Wochenende an

svz.de von
08. Dezember 2014, 08:00 Uhr

500 Kartons aus Rostock, gepackt mit Winterjacken, Pullovern, Kinderkleidern, Heizungen und Verbandsmaterial, sind gerade auf dem Weg nach Suruç. Ein Lkw eines Spediteurs aus der Türkei hat sie Ende vergangener Woche in der Hansestadt geladen. Regelmäßig kommt er nach Deutschland und bringt Waren aus der Türkei. Jetzt fährt der 40-Tonner als Hilfsguttransporter in seine Heimat zurück.

Hinter ihm: noch ein Laster mit Sachspenden aus Hamburg und Berlin. Der Transporter aus Rostock hat zu einem Viertel noch Kleider aus Lübeck geladen. 400 Kisten stehen aber noch im hiesigen Lager in der Satower Straße und warten auf den nächsten Transport. Für sie fehlte der Platz. Denn, dass sie in nur vier Wochen dermaßen viele Spenden zusammenbekommt, hatte die Rostocker Initiative „MV für Kobanê“ selbst nicht erwartet. Sammelstellen gab es in Greifswald, Stralsund, Neubrandenburg, Güstrow und eben schwerpunktmäßig Rostock. „Wir sind überwältigt von der großen Anteilnahme“, sagt Mitorganisator Thomas Wanie.

Der Rechtsanwalt und seine Mitstreiter sind bewegt vom Schicksal der Menschen aus Kobanê und Sengal, die von der Terrororganisation Islamischer Staat vertrieben wurden und im Flüchtlingslager in Suruç und den Dörfern in den Bergen unterkamen. Der Einsatz der Initiative brachte Tausende dazu, ihre Kleiderschränke nach Wintersachen auf den Kopf zu stellen oder Geld zu spenden, das den rund 3400 Euro teuren Transport finanziert. Das Unternehmen Veolia stellte einen Gabelstapler für das Verladen, der Baumarktbelieferer Einhell und das Peter-Weiss-Haus Heizkörper, die Uni drei Beatmungsgeräte. Schüler sammelten an ihren Schulen, 40 Packhelfer fanden sich.

Und jetzt rollt der Hilfstransport. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Laster nicht begleitet werden müssen“, sagt Wanie. Die Hamburger Solidaritätsinitiative für Kobanê und Sengal und die Kurdische Jugend Hamburg, mit denen die Rostocker Initiative kooperiert, haben schon mehrere Ladungen nach Suruç geschickt. Das türkische Konsulat wird die Lkw als Hilfsguttransporter kennzeichnen. Mit den Fahrern stehen Wanie und Co in Kontakt. Die Lkw fahren von Hamburg über Tschechien und Ungarn, Bulgarien, vorbei an Istanbul und dem Schwarzen Meer nach Suruç. Planmäßig am Wochenende sind sie da. Dann kommen auch Wanie und zwei Mitstreiter an. „Wir sind beim Entladen dabei“, sagt er. Sie werden die Spenden auch verteilen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen