kunst zum mitmachen : Rostocker schaffen das Festival der Illustration

Vielfalt der Illustration: Mathias Beier (r.) und Thomas Häntzschel sichten eine Zusammenstellung von den Arbeiten, die in der Hauptausstellung sein werden. Rechts: einzelne Arbeiten der Künstler
Vielfalt der Illustration: Mathias Beier (r.) und Thomas Häntzschel sichten eine Zusammenstellung von den Arbeiten, die in der Hauptausstellung sein werden. Rechts: einzelne Arbeiten der Künstler

10 Initiatoren, 20 Künstler im Kröpeliner Tor und Programm in 13 weiteren Locations

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13. August 2015, 08:00 Uhr

Vom 10. bis 13. September feiert Rostock die Illustrationskunst mit einem Festival. „Sie bewegt sich im Grenzbereich zwischen angewandten Dingen und Kunst“, sagt Fotograf Thomas Häntzschel, der das Illustrade-Festival mit initiiert hat. Eine Illustration kann die Schiffsskizze in einem Lehrbuch sein, die Malerei auf einem Plakat oder die abstrakte Zeichnung in der Zeitschrift.

„Illustration ist ein Medium, das auch ein Zugang zur Kunst sein kann“, sagt Häntzschel – gerade für junge Leute. Und es gibt viel zu zeigen, eine große Kunstszene im Land und gerade in Rostock. Hier wurde die Idee zum Festival geboren – wie die meisten guten Ideen, ganz ungezwungen – in einer Kneipe. In diesem Fall saßen ein Grafiker und ein junger Akademieleiter zusammen. „Wir überlegten, was in der Richtung auf die Beine zu stellen“, sagt Mathias Beier von der Designakademie. Sie empfanden die vielen freien Grafiker und Illustratoren des Landes als zu unterrepräsentiert. Es sollte etwas her, dass das ändert und dem Besucher mehr bietet als das bloße Betrachten. Keine leichte Aufgabe. „Normalerweise landen solche Ideen dann im Eimer“, sagt Beier. Aber er und Grafiker Matthias Dettmann hielten daran fest, gewannen acht Verbündete: Alexander Hopf vom Werk 3, die Grafikdesignerinnen Silke Herr und Katja Scholz, Künstler Rando Geschewski, Ausstellungsdesignerin Katja Koch-Randel, Szenograf Olaf Randel, Texterin Dr. Anne Blaudzun und eben Thomas Häntzschel, der auch Leiter des Kunstvereins ist. Der wurde zum Trägerverein und die zehn machten ein Konzept: Sie luden elf Künstler des Landes direkt ein und schrieben zudem die Teilnahme aus. 40 bewarben sich, neun schafften es ins Festival. Sie sind unterschiedlich wie ihre Arbeiten, zwischen 25 und 45 Jahre alt, Studenten und erfahrene Künstler. Darunter ist Lars Bröker-Anders, der von einem Kumpel davon hörte. Einen breiten Ausreißer nennt ihn Beier. Seine Illustrationen sind unkonventionell, bewegen sich weg von Zeichnungen, sind collagiert und nutzen viele grafische Mittel. Mit dabei sind auch Rostockerin Andrea Köster alias Kritzelkrabbe, Cindy Schmid mit ihren Collagen, Malte Brekenfeld mit seinen Traumwelten. Ihre Werke werden in der Hauptausstellung im Kröpeliner Tor zu sehen sein. Die Jury wählt einen Gewinner, der die Literaturzeitschrift Risse illustrieren darf. Der Publikumspreis offeriert die Gestaltung einer Pinax-Postkartenserie. Neben dem Kröpeliner Tor gibt es noch weitere Schauplätze des Festivals. „Wir haben recht frühzeitig Satelliten gesucht“, sagt Häntzschel, Orte, die ausstrahlen sollen. Im Liwu werden animierte Kurzfilme gezeigt, im Literaturhaus gibt es eine Lesung des Hinstorff-Verlages zu einer Reihe Graphic Novels. Das Programm machen die Häuser selbst. Ein Punkt ist den Initiatoren wichtig: „Den Leuten die Möglichkeit zu geben, selber Sachen auszuprobieren“, so Beier. Schließlich sei es als Festival geplant gewesen. Und so wird es eine Siebdrucknacht in der Kunstschule geben oder auch einen Kinderworkshop im Artquarium. Der Eintritt zur Illustrade ist frei, gestemmt wird sie mit nur 5000 Euro – Fördergeldern der Stadt und Firmen-Unterstützung.

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