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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 17:59 Uhr

Enkeltrick : Rostocker Rentner trotzt Betrüger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Falsche Enkel, Söhne oder auch Nichten wollen Senioren am Telefon um ihr Geld bringen. Reutershäger lässt sie abblitzen.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 05:00 Uhr

„Hallo Papa!“ – Schon als der 83-jährige Alfred Tetke aus Reutershagen diese Worte am Telefon hört, ist er misstrauisch. „,Mein Sohn nennt mich immer Vaddern, nie Papa.“ Sein Argwohn bestätigt sich. Im Laufe des Gesprächs stellt sich für ihn raus: „Das kann nicht mein Sohn sein.“ Gespräch beendet, Betrugsversuch gescheitert.

Die Polizei kennt sie gut, die Trickbetrüger am Telefon. Sie versuchen, das Geld von Senioren zu ergattern, indem sie sich als Verwandte ausgeben – Enkel, Tochter, Sohn, Nichten oder Neffen. Enkeltrick nennt die Polizei das, nach der wohl häufigsten Lüge. „Er hat gut reagiert und sich nicht in die Enge treiben lassen“, sagt Yvonne Hanske von der Polizeiinspektion Rostock. Sie rät Senioren zum gesunden Misstrauen gegenüber Anrufern, die ihnen komisch vorkommen.

Im Zweifelsfall sollten sie auflegen und den angeblichen Anrufer auf altbekannter Nummer der Person, für die sie sich ausgeben, zurückrufen. Für Tetke war der Fall recht schnell klar. Der Anruf kam gegen 11 Uhr. „Er hat sich als mein Sohn ausgegeben und gefragt, ob ich ihm bis morgen Geld leihen kann.“ Wozu er es brauche, sagte der Mann nicht. „Er hat rumgedruckst. Ich hab gesagt: ,Ich habe kein Geld’“, so der Senior. Der falsche Sohn wollte wissen, ob er es auf der Bank habe. „Ja, aber fest angelegt.“ Tetke lässt sich nicht beirren. „Mir war das komisch.“ Sein Sohn pumpe ihn normalerweise nicht um Geld an. Auch die Stimme des Anrufers machte ihn stutzig: „Viel zu laut.“ Sein Sohn spreche leise. Als der Anrufer dann fragte, ob er Schmuck oder Goldmünzen habe, „musste ich lachen und er hat aufgelegt“. Auch der Anrufer merkte: Diesen Rentner kann er nicht reinlegen. „Er scheint Zeitung zu lesen und misstrauisch zu sein“, sagt Hanske. Für sie hat er genau richtig reagiert. Das fand auch seine Freundin, nachdem sie von der Geschichte hörte und verstand, dass ihr Alfred nicht reingefallen war. „Die Senioren werden fitter“, lobt Hanske. Aber Betrüger versuchten es immer wieder mit dem Enkeltrick. Sie ruft dazu auf, auch Versuche anzuzeigen.

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