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Beim Wettbewerb des Altrockers versucht Keas sein Glück : Rostocker Rapper will zu Udo Lindenberg

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Sein erstes Schlagzeug bestand aus Benzinfässern. Als Kellner begann er seine Karriere - heute ist er ein Garant für gefüllte Hallen. Udo Lindenberg hat eine Karriere hingelegt, die sich auch Georg Bornstädt wünscht.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 07:21 Uhr

Rostock | Er liebt die Musik. Das war schon immer so. Sein erstes Schlagzeug bestand nur aus Benzinfässern. Als Kellner begann er seine Karriere - heute ist er ein Garant für gefüllte Hallen. Udo Lindenberg hat eine Karriere hingelegt, die sich auch Georg Bornstädt wünscht.

Er hat Respekt davor, wie Lindenberg sich hochgearbeitet hat. Wichtiger als jeder Ruhm ist dem Rostocker aber, Musik zu machen und seine Leidenschaft dafür teilen zu können. Der junge Koch lebt abseits des Mainstream. Unter dem Künstlernamen Keas rappt er über Dinge, die ihn bewegen, die aber auch verstören können. Und gehört damit genau zu den Nachwuchstalenten, die Lindenberg mit seinem Panikpreis fördern will.

Junge Musiker können sich mit drei unveröffentlichten Songs auf Deutsch bewerben. Lindenberg ruft zu totaler Eigenständigkeit auf und will die künstlerisch umgesetzt sehen. "Er ist ein cooler Typ - er hat ausgefallene Texte und einen geilen Flow", sagt Keas. Der 23-Jährige würde gern gewinnen, mit Lindenberg auf der Bühne stehen und wie er auch einmal von seiner Musik leben. Die ersten Schritte hat er schon getan. Keas wuchs in Berlin auf - viele Möglichkeiten, viele Versuchungen. Er ist nicht auf alles stolz, was er gemacht hat. Aber die Zeiten haben sich gewandelt. "Es ist schön zu sehen, wie sich alles verändert. Früher gab es die Gang - manche haben Graffitis, manche Musik gemacht. Aber wir waren auch Knallköpfe, die nichts mit ihrer Zeit anzufangen wussten."

Jetzt weiß Keas genau, wo er hin will. Er hat Menschen an seiner Seite, die ihn verstehen und unterstützen. Mit den Titeln "Der Junge kämpft", "Hoffnung" und "Im Regen" tritt er bei Lindenberg an. Die Titel sind ehrlich und rau. Er verarbeitet, was er selbst erlebt, aber vor allem auch, was er gesehen hat. Keas ist keiner, der beschönigt, er schneidet auch kontroverse Themen an. "Das ist das Leben", sagt er. Drogenabsturz, Missbrauch und Arbeitslosigkeit - was Lindenberg zu seinen Texten sagen wird, weiß Keas noch nicht. Bis Ende des Monats gehen noch die letzten Bewerbungen ein. Eine von Lindenberg geleitete Jury wählt unter allen Einsendungen die besten zehn aus. Wenn Keas darunter ist, muss er einen Live-Mitschnitt eines Auftritts einreichen. Dann werden die sechs Finalisten festgelegt. Sie kommen in den Panikpreis-Endausscheid beim Hermann-Hesse-Festival im Juli in Hirsau. Die Nachwuchskünstler kämpfen live um den Panikpreis, einen Auftritt mit Lindenberg und ein Preisgeld.

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