MEDIZIN : Rostocker kooperieren mit Briten

Carmen Hohmann untersucht im Labor der Gesellschaft für Transplantationsmedizin in Rostock das Transplantat einer Augenhornhaut.
Carmen Hohmann untersucht im Labor der Gesellschaft für Transplantationsmedizin in Rostock das Transplantat einer Augenhornhaut.

Gewebebank will Transplantate verbessern und arbeitet dafür mit Medizinunternehmen zusammen

von
26. Januar 2016, 21:45 Uhr

Die gemeinnützige Rostocker Gewebebank (GBM-V) wird mit dem britischen Medizinunternehmen Tissue Regenix kooperieren. Ziel sei es, eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Gewebetransplantaten zu gewährleisten, sagte GBM-V-Geschäftsführer Frank-Peter Nitschke gestern. Die Zusammenarbeit mit Tissue Regenix beruhe auf deren innovativen Verfahren zur Aufbereitung von Gewebe wie Haut oder Herzklappen.

Nach dem Erwerb der britischen Lizenzen würden die Genehmigungen für die Patientenversorgung mit Augenhornhäuten, Herzklappen und Gefäßen beantragt. „Im kommenden Jahr wollen wir mit der Herstellung der besser verträglichen Transplantate starten und die ersten Patienten damit versorgen.“ Hintergrund sei, dass acht Jahre nach Inkrafttreten von entsprechenden Gesetzen zur Gewebetransplantation die Situation von Patienten immer noch unbefriedigend ist. Noch immer müssten Gewebetransplantate aus dem Ausland importiert werden. Der Präsident der Landesärztekammer, Andreas Crusius, begrüßte die Zusammenarbeit zwischen dem Hochtechnologie-Unternehmen und der gemeinnützigen Gewebebank. „Die Gewebespende ist ein sehr sensibler Bereich, da darf Handel keine Rolle spielen.“

In Deutschland gibt es derzeit 26 Gewebebanken. Schätzungen zufolge wird jährlich mehr als 52 000 Mal Gewebe transplantiert. Im Gegensatz zur Organtransplantation wird es meist von Toten, allerdings nach eigener Zustimmung per Ausweis oder der von Angehörigen, entnommen. Die Entnahme sei noch bis zu 72 Stunden nach dem Eintreten des Todes möglich, sagte Nitschke. Die Verteilung des Gewebes werde anders als bei der Transplantation von Organen nicht von einer zentralen Stelle, sondern von der Gewebebank organisiert. Dabei würden aber dieselben ethischen Richtlinien eingehalten, betonte Nitschke.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen