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26. September 2017 | 05:53 Uhr

Rostocker Konzerthaus vor Gericht

vom

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erstellt am 30.Jun.2013 | 07:11 Uhr

Rostock | Zwei Rostocker Konzerthäuser treffen sich demnächst vor dem Landgericht. Der Mau-Club, Warnowufer 56, wirft dem Moya, An der Jägerbäk 1, vor, mehr Konzertbesucher hereinzulassen, als öffentlich-rechtlich genehmigt sind, und mit diesen Zahlen auch zu werben, erklärt Stefan Wenzel, Richter am Landgericht.

Damit gehe es in der Klage um einen Wettbewerbsvorteil, den sich die Moya Catering und Event UG dem Vorwurf nach entgegen ihrer Genehmigungen verschaffe, so Wenzel weiter. Die Klage wurde am 12. Februar vom Verein Zabrik, der das Mau betreibt, eingereicht und zielt auf ein Unterlassen ab, Konzerte mit einer bestimmten Besucheranzahl durchzuführen, erklärt Christian Möllenkamp, Vizepräsident des Landgerichts. Eine Mediation mit beiden Parteien und einem Richter, die kürzlich stattfand, scheiterte. Eine Gerichtsverhandlung scheint unumgänglich. Allerdings gehe es damit frühestens im August weiter, so Möllenkamp.

Aus dem Mau kommt zu der Klage kein Statement. Geschäftsführerin Verena Bartsch möchte sich nicht äußern und verweist auf das laufende Verfahren. Gunar Fust, einst Gründungsvorstandsmitglied von Zabrik und heute zuständig für die Gastronomie im Club, will die Details aus gleichem Grund nicht erklären. Er sagt allerdings, er wisse, dass im Moya Veranstaltungen mit bis zu 1500 Leuten geplant seien.

Das Bauamt hat das Moya nach dem Umbau einer einstigen Lagerhalle als Kulturbühne abgesegnet. Die Genehmigung wurde am 25. August 2011 erteilt. Fünf verschiedene Bestuhlungsvarianten wurden von Moya-Chef Niels Burmeister beantragt und vom Bauamt genehmigt. Entweder 750 Sitz- oder Stehplätze in der Halle sind aktuell die Obergrenze für Veranstaltungen, informiert das Bauamt. Dass diese Personenzahl bei bisherigen Konzerten überschritten wurde, sei dem Amt nicht bekannt.

Burmeister selbst will Besucherzahlen von früheren Konzerten wie von der Band Kraftklub oder auch Madsen mit Verweis auf das Verfahren nicht nennen, sagt aber: "Wir halten uns an alle bestehenden öffentlich-rechtlichen Auflagen."

Für Stätten und Räume im Land, die mehr als 199 Personen fassen, gilt die Versammlungsstättenverordnung MV. In den Paragrafen 32 und 47 dieser Ordnung steht, dass die genehmigte Besucheranzahl nicht überschritten werden darf. Die Genehmigung vom Bauamt für die Besucherzahlen richten sich unter anderem nach Grundfläche, Parkplätzen, Toilettenanzahl, Be- und Entlüftungsanlage, Brandschutz und Fluchtwegen.

Seit der Genehmigung als Kulturbühne durch das Bauamt erfolgten drei Nachtragsgenehmigungen, die - mit letztem Stand vom 28. Januar - die 750 Steh- beziehungsweise Sitzplätze als jeweilige Höchstgrenze für Veranstaltungen ausweisen. Welche Besucherzahlen zuvor genehmigt wurden, gibt das Amt nicht heraus. Veranstaltungsagenturen dürfen keine Auskunft über Kartenverkäufe erteilen. Das Verfahren wird zeigen müssen, ob der Vorwurf des Mau-Clubs gerechtfertigt ist.

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