Bakterienbefall : Rostocker Kastanien in Gefahr

Steffie Soldan, Teamleiterin im Amt für Stadtgrün, sagt: „Erste Fälle in Rostock sind bekannt. Betroffen sind sowohl die weiß blühende als auch die rot blühende Rosskastanie.“
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Steffie Soldan, Teamleiterin im Amt für Stadtgrün, sagt: „Erste Fälle in Rostock sind bekannt. Betroffen sind sowohl die weiß blühende als auch die rot blühende Rosskastanie.“

Baumsterben im großen Umfang droht

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02. August 2015, 08:00 Uhr

Umweltexperten schlagen Alarm: Eine neue Bakterienart hat Kastanien in Rostock befallen – möglicherweise sind jetzt große Bestände der Baumart in Gefahr. Steffie Soldan, Teamleiterin im Amt für Stadtgrün, sagt: „Erste Fälle in Rostock sind bekannt. Betroffen sind sowohl die weiß blühende als auch die rot blühende Rosskastanie.“ Was sie besonders beunruhigt: Nachdem die neue Baumkrankheit vor einigen Jahren erstmals in Nordrhein-Westfalen auftauchte, mussten in verschiedenen Kommunen schon alle Kastanien gefällt werden – zum Beispiel an kompletten Alleen oder Stadtplätzen. Jetzt sei das Bakterium Pseudomonas auch in der Region Rostock angekommen.

Und so verläuft die Baumkrankheit: Das erste Anzeichen sind schwarze Stellen am Stamm und an starken Ästen in der Krone. Auch löst sich die Rinde ab. Die Vitalität der betroffenen Bäume nimmt ebenfalls stark ab, erklärt die Expertin. Kronenteile sterben – später der ganze Baum. Besonders markant sind jedoch im Winter die Pilze, die gehäuft an noch scheinbar gesundem Holz auftauchen. Es handelt sich um den Austernseitling, den Samtfußrübling und andere, etwas unscheinbarere Schichtpilze. Spätestens nach Erscheinen dieser Pilze müssten die Bäume gefällt werden, da sich dann im Inneren eine starke Weißfäule ausgebreitet hat und die Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

„Derzeit können wir dieses Problem nur überwachen, da wir weder in der Vorsorge noch in einer möglichen Bekämpfung tätig werden können“, erläutert Soldan. Deshalb rate das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege auch privaten Grundstückseigentümern, ihre Bäume gut zu beobachten. „Immer dann, wenn die Bruchsicherheit gefährdet ist, müssen wir handeln, deshalb wird es in diesem Zusammenhang unabdingbare Fällungen geben“, so Soldan. Biologen hoffen allerdings, künftig resistente Kastaniensorten züchten zu können – ähnlich wie beim bekannten Ulmensterben.

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