Wirtschaft : Rostocker Hafen auf Wachstumskurs

Der Tanker 'Sti Wembley' wird aim Überseehafen von Rostock entladen. Der Güterumschlag in den Rostocker Häfen ist weiter gewachsen.
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Der Tanker "Sti Wembley" wird aim Überseehafen von Rostock entladen. Der Güterumschlag in den Rostocker Häfen ist weiter gewachsen.

Gute Nachrichten von der Rostocker Hafenentwicklungsgesellschaft: Güterumschlag und Passagierzahlen steigen stetig

svz.de von
11. August 2016, 21:00 Uhr

Der Güterumschlag in den Rostocker Häfen ist erneut gewachsen. Wie die Hafenentwicklungsgesellschaft (Hero) am Donnerstag in Rostock mitteilte, gingen im ersten Halbjahr 2016 an der Warnow 14,9 Millionen Tonnen über die Kaikanten. Das waren fünf Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2015. „Damit haben wir Lübeck überholt. Rostock ist nun Deutschlands größter Ostseehafen“, sagte Geschäftsführer Gernot Tesch.

Der Großteil der Güter wurde mit 13,9 Millionen Tonnen im Überseehafen umgeschlagen. Vor allem der Getreideexport ließ dort die Umschlagmengen kräftig steigen. So gingen 2,2 Millionen Tonnen Braugerste, Gerste, Malz, Roggen und Weizen über die Kaikanten. Auch bei Flüssig- und Stückgütern gebe es positive Entwicklungen. So wurde mehr Gas-, Heiz- und Rapsöl ab- und angepumpt. Eine Million Tonnen Waren wurden im Chemiehafen Yara sowie im Fracht- und Fischereihafen verladen. „Wir haben nicht nur die Umschlagfunktion, sondern fungieren auch als Industriehafen“, sagte Tesch mit Blick auf den Windanlagen-Bauer Nordex und den Krananlagen-Hersteller Liebherr.

Im gesamten Jahr 2015 waren 25,1 Millionen Tonnen Fracht in allen Rostocker Häfen verladen worden. Das entsprach einem Plus von etwa vier Prozent zum Jahr 2014.

Die Fährreedereien Scandlines, TT-Line und Stenaline verzeichneten im ersten Halbjahr 2016 ebenfalls Zuwächse. So stiegen die Passagierzahlen auf den Fähren von und nach Nordeuropa im Vergleichszeitraum um etwa 45 000 auf 931 000. Damit setzte sich auch auf den Fährlinien nach Dänemark, Schweden und Finnland die positive Entwicklung der Vorjahre fort. „Wir sind der einzige Hafen, der alle diese drei skandinavischen Staaten direkt anfährt“, sagte Tesch. Das mache Rostock besonders interessant für Speditionen.

„Alle Rostocker Hafenunternehmen, die Reedereien, Speditionen und Eisenbahngesellschaften, die vor Ort zusammenarbeiten, haben dafür gesorgt, dass der Hafenumschlag an der Warnow weiter wächst“, hob Hero-Co-Geschäftsführer Jens Scharner hervor. Nach seinen Angaben wird die Hafenentwicklungsgesellschaft in diesem Jahr rund 14 Millionen Euro investieren. Gut 4 Millionen Euro seien für den Aus- und Neubau von Hafenflächen vorgesehen, knapp 10 Millionen für neue Kaianlagen. Gewerbeflächen in Hafennähe zählen zu den begehrtesten Grundstücken im Land.

Für Kreuzfahrtschiffe gilt Rostock inzwischen als erste Adresse in Deutschland. In diesem Jahr werden rund 180 Anläufe erwartet, zwar weniger als 2015, aber mehr als in jedem anderen deutschen Hafen.„Rostock rangiert damit erneut auf Platz Eins vor Hamburg und Kiel“, sagte Tesch.

Als positives Signal für die weitere Entwicklung des Hafens in Rostock wurde die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan gewertet.

Demnach gehört die Vertiefung des Seekanals auf 16,5 Meter zu den vom Bund anerkannten vordringlichen Aufgaben. Damit können künftig auch größere Frachtschiffe einlaufen. Das Land hatte die Kosten für die seit langem geforderte Ausbaggerung auf gut 100 Millionen Euro geschätzt. „Wir warten auf die endgültige Entscheidung des Bundestages im Herbst, dann gehen wir die Investitionen hier vor Ort an“, kündigte Scharner an.

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