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Das Auto der Zukunft : Rostocker greifen nach dem Rekord

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Uni-Studenten wollen beim Eco-Marathon Europe mit nur einem Liter Benzin 1000 Kilometer zurücklegen. Zweites Team kommt aus Stralsund.

Die Autos der Zukunft: klein, kompakt, schnell und vor allem spritsparend? Studenten der Universität Rostock und der Fachhochschule Stralsund arbeiten jeweils seit 2008 an einem Projekt mit dem Ziel, mit nur einem Liter Kraftstoff so viele Kilometer wie nur möglich zurückzulegen. Gestern führten die Tüftler Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock ihre Fahrzeuge aus dem vergangenem Jahr vor. Die neuen Gefährte sind derzeit noch streng geheim. Sie werden für den Shell Eco-Marathon Europe, der Ende Juni in London stattfindet, fortwährend optimiert.

Beide Hochschulen treten zwar in der selben Kategorie an, jedoch mit unterschiedlichen Antriebsformen und sind damit keine direkten Konkurrenten: Das Rostocker Team Hanseatic Efficiency setzt wie in den vergangenen Jahren auf den Benzinantrieb. Ganz anders ist es beim Stralsunder Team ThaiGer-H2-Racing, das den Fokus weiterhin auf Wasserstoff legt. „Wir hoffen, dass unser Prototyp ungefähr in vier Wochen fertig ist und wir dann noch eine Woche zum Testen haben“, sagt der Rostocker Teamchef Tillmann März.

Einen kleinen Einblick gewährten die Rostocker dann doch: Beim neuen Gefährt werde dieses Mal auf den Aluminiumrahmen verzichtet und auf eine selbsttragende Struktur gesetzt. Die Räder können zudem mit in die Hülle des Wagens genommen werden. Rundum wird also noch mehr am Gewicht gespart und die Form aerodynamisch angepasst, um ihr persönliches Ziel zu erreichen – mit einem Liter eine Strecke von 1000 Kilometern zurückzulegen.

Helen Morrison vom Team Hanseatic Efficiency ist als Fahrerin auserkoren worden. „Ich bin noch nie ein Rennen gefahren“, so Morrison. Eine Probefahrt am Institut habe es aber schon gegeben. „Dieser Prototyp ist sehr eng. An die Lenkung muss ich mich erst noch gewöhnen und beim Gas gibt es eben nur die Möglichkeit zwischen an und aus“, erzählt sie. Auch das Stralsunder Team setzt derweil auf Frauenpower beim Rennen: Jessica Laufer sitzt dort im Prototypen. „Es wird bewusst auf Frauen gesetzt, weil diese leichter und kleiner sind“, erzählt Oliver Schmiedl vom Rostocker Team. Ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm je Fahrer muss jedoch beim Wettkampf immer eingehalten werden, notfalls werde mit Gewichten nachgeholfen.

Bildungsminister Brodkorb zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Forschungs- und Entwicklungsarbeit beider Teams. Da durfte dann das Probesitzen in einem der Prototypen nicht fehlen. Mit einem Versprechen spornte er die Teilnehmer zum Schluss noch an: „Wenn Sie in ihrer Kategorie zum ersten Drittel gehören, dann bekommen Sie eine einmalige Belohnung von 5000 Euro.“

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erstellt am 27.Mai.2016 | 11:45 Uhr

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