Flüchtlinge : Rostocker gehen auf die Straße

Kundgebung an der Friedenseiche: Am Sonnabend mit dabei sind Ulrike Wanitschke, Florian Fröhlich, Katrin Schankin, Marie Guskowski, Andreas Reinke und Tilmann Jeremias (v. l).
Kundgebung an der Friedenseiche: Am Sonnabend mit dabei sind Ulrike Wanitschke, Florian Fröhlich, Katrin Schankin, Marie Guskowski, Andreas Reinke und Tilmann Jeremias (v. l).

Nach Demo-Anmeldung durch Asylkritiker ruft breites Bündnis zum Gegenprotest auf. Andacht und Menschenkette sind geplant.

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12. November 2015, 06:00 Uhr

Für Sonnabend um 17 Uhr hat die asylkritische Gruppe „Deutschland wehrt sich“ eine Demonstration gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik in der Hansestadt angemeldet. Bisher haben sich 460 Personen über die sozialen Netzwerke zu der Veranstaltung am Hauptbahnhof angemeldet.

Dagegen halten möchte die Bewegung „Rostock für alle“. Unter dem Motto „Solidarität mit Geflüchteten statt Hetze“ rufen gleich mehrere Bündnispartner wie „Rostock hilft“, „Rostock nazifrei“ sowie die Linkspartei gemeinsam dazu auf, sich gegen Fremdenhass zu positionieren. „Wir möchten einen Appell an alle Rostocker richten, sich an unserem Protest gegen den rassistischen Aufmarsch zu beteiligen“, sagt Ulrike Wanitschke vom Bündnis „Rostock nazifrei“. Punkt 15.30 Uhr lädt dazu zunächst die Evangelisch-Lutherische Innenstadtgemeinde Rostock zu einer Versöhnungsandacht in die Marienkirche ein. „Wir möchten zum Ausdruck bringen, dass Flüchtlinge willkommen sind“, erklärt Pastor Tilman Jeremias. Im Anschluss an die Andacht bilden die Teilnehmer eine symbolische Menschenkette von der Marienkirche bis zur Friedenseiche am Steintor. Dort erwarten die Besucher um 16 Uhr ein musikalisches Programm und verschiedene Redebeiträge. Von der Friedenseiche aus soll sich der Demonstrationszug weiter zu einer Kundgebung in der St.-Georg-Straße 109 bewegen, sagt Andreas Reinke (Linke).

Engagiert gegen Rechts ist auch Katrin Schankin vom Rostocker Stadtjugendring. Für die Jugendkoordinatorin ist die Hilfe für Flüchtlinge selbstverständlich: „Die Sorge, die einige Menschen sich um sich selbst machen, sollte in eine Sorge füreinander umschlagen“, findet sie. Gut sei allerdings, dass die Hilfs- und Spendenbereitschaft in der Stadt ungebrochen hoch ist. Es sei wichtig, dafür zu sorgen, „dass dies mittel- und langfristig so bleibt und tragfähige Lösungen für alle gefunden werden“, so Schankin.

Hintergrund:

Die Bewegung „Rostock für alle“ lädt am Sonnabend ab 16 Uhr unter dem Motto „Solidarität mit Geflüchteten statt Hetze“ zur Kundgebung an der Friedenseiche am Steintor ein. Hier gibt es Musik von Les Bumms Boys, Los Talidos und verschiedene Redebeiträge, unter anderem von Vertretern der Initiative „Rostock hilft“.

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