campus : Rostocker Forscher entziffert Gene

Der Genetiker Prof. Reinhard Schröder von der Uni Rostock hat mit internationalen Forschern drei Jahre lang die etwa 15  000 Gene eines Hundertfüßers identifiziert.
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Der Genetiker Prof. Reinhard Schröder von der Uni Rostock hat mit internationalen Forschern drei Jahre lang die etwa 15 000 Gene eines Hundertfüßers identifiziert.

Prof. Reinhard Schröder und sein Team untersuchen schottische Hundertfüßer-Art – ein Projekt von internationaler Bedeutung

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02. Dezember 2014, 11:00 Uhr

„Die größte Herausforderung ist, dass Hundertfüßer-Gene nicht immer leicht zu erkennen sind“, sagt Prof. Reinhard Schröder vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock. Der Genetiker war einer der Beteiligten des internationalen Konsortiums, das in den vergangenen drei Jahren die etwa 15 000 Gene eines Hundertfüßers gelesen und identifiziert hat. Daran arbeiteten mehr als 100 Wissenschaftlern von 44 Institutionen aus 15 Ländern mit.

Am 25. November wurde in der internationalen Zeitschrift PLoS-Biology eine Studie veröffentlicht, in der das Team alle Gene einer schottischen Hundertfüßer-Art – wissenschaftlich Strigamia – beschreibt. Nun ist beispielsweise der Startpunkt aller heute lebenden Gliedertiere rekonstruierbar.

„Solche Großvorhaben kosten eine Menge Geld, Zeit und benötigen vielfältiges Know-how“, sagt Schröder. Warum er sich mit den Genen von Hundertfüßern beschäftigt? „Bei ihnen handelt es sich um eine schon früh in der Evolution entstandene Gruppe“, sagt der 52-Jährige. Sie eroberten vor 400 Millionen Jahren vermutlich als erste Gliederfüßer das Land. „Das Genom, also die gesamte Erbinformation, beinhaltet also Informationen, die einen Einblick in die Fähigkeiten dieser Tiere vor so langer Zeit geben können“, so der gebürtige Heidelberger. Er selbst habe nur wenige der Hundertfüßer-Gene identifiziert und katalogisiert, die für das Verhalten von Zellen, also Zellbewegung oder Zellteilungsaktivität, verantwortlich seien, so Schröder.

Letztlich habe ihn das Endergebnis begeistert, für das Wissenschaftler unterschiedlichster Kenntnisse gearbeitet haben, so Schröder. „Die Publikation wird vielen Forschern als Ausgangspunkt für deren weitere Arbeiten dienen.“


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