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Medizintechnik : Rostocker Forscher entschlüsseln Zellen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stephan Struckmann und Georg Fuellen haben die Entstehung von vier schwerwiegenden Krankheiten im Blick. Sie entwickeln eine Software, die Proteine aufspürt.

Forscher der Universität Rostock haben eine Computer-Software entwickelt, die menschliche Zellen unter die Lupe nimmt. Mit dieser Software wollen die Bioinformatiker Stephan Struckmann und Georg Fuellen die Entstehung von gleich vier schwerwiegenden Krankheiten entschlüsseln. „Mechanismen des Lebens: Wirkstoffscreening für Stammzellforschung und Krankheitsintervention“ heißt das neue Forschungsprojekt. Es wird vom Institut für Biostatistik und Informatik in Medizin und Alternsforschung koordiniert.

In drei Jahren, zum Ende des Projekts, wollen die Bioinformatiker Wirkstoffe gefunden haben, die eine bessere Diagnostik und Therapie ermöglichen. In dieser Zeit sollen zum Beispiel Wirkstoffe gesucht werden, die Fibrosen bei einem Glaukom-Stent verhindern helfen. Auch sollen ihre Forschungen der Nierenregeneration zugute kommen, um Patienten belastende Transplantationen oder die Dialyse zu ersparen. Ebenso wagen sich Stephan Struckmann, Georg Fuellen und ihre Mitarbeiter an eines der gegenwärtig am stärksten erforschten Themen in der Biologie und Medizin: die induzierte pluripotente Stammzelle.

Ihr methodisches Vorgehen besteht darin, den Computer gezielt suchen zu lassen. Es sind Proteine und ihre Wechselwirkungen, die sie unter die digitale Lupe nehmen wollen. Damit der Computer diese Arbeit leisten kann, hat das Team in den Vorjahren eine eigene Software entwickelt: „ExprEssence“. Sie erfasst die Änderung der Konzentration der Genprodukte und die Änderung ihrer Interaktionen. Genauso wie die Auswirkungen eines Wirkstoffs ermittelt sie die Auswirkungen einer Zelldifferenzierung oder einer Krankheit.

Gefördert wird das Forschungs-Projekt mit 1,2 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium in dem Programm „VIP – Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung“. Das Programm unterstützt Forschungsideen, die nicht nur wissenschaftlich höchsten Ansprüchen genügen, sondern auch wirtschaftlichen Ertrag bringen.

Wesentliche Unterstützung kam außerdem vom Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern. Die vom Wirtschaftsministerium MV geförderte Institution ist seit 20 Jahren eine feste Größe im Identifizieren von erfolgversprechenden Forschungsförderprogrammen und hat eine hohe Expertise im Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die unternehmerische Praxis.

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