Rostocker fordern weniger Lärm

<strong>Den meisten Lärm gibt es in der Stadtmitte:</strong> Die Karte zeigt die Häufigkeit der Hinweise.<grafik>www.rostock-wird-leiser.de, Zebralog  im Auftrag der Hansestadt Rostock</grafik>
Den meisten Lärm gibt es in der Stadtmitte: Die Karte zeigt die Häufigkeit der Hinweise.www.rostock-wird-leiser.de, Zebralog im Auftrag der Hansestadt Rostock

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04. Januar 2013, 07:06 Uhr

Rostock | Unerträglicher Lärm, der von der A 19 in Wohngebiete dringt, das Dröhnen von Schiffsmotoren in Hafennähe oder das laute Beladen von Lkw im Güterverkehrszentrum - hier sehen Rostocker den dringendsten Handlungsbedarf, wenn ihre Stadt leiser werden soll. Eine Vielzahl von besonders lauten Orten haben die Hansestädter in den vergangenen Wochen per Post, telefonisch oder direkt auf der Internetseite www.rostock-wird-leiser.de eingetragen. Die virtuelle Karte ist Teil des Lärmaktionsplanes, an dem die Hansestadt zurzeit arbeitet.

"Ziel ist es, ein Handlungskonzept zu entwerfen, das mit den Bürgern abgestimmt ist", erläutert Alexander Reimann von der LK Argus GmbH. Sein Unternehmen ist von der Stadt mit der Entwicklung des Planes beauftragt. Grundlage für die Arbeit ist auch die aktuelle Lärmkarte des Landesamtes für Umwelt. Demnach sind mehr als 4000 Rostocker allein dem Straßenlärm so sehr ausgesetzt, dass ihre Gesundheit gefährdet ist.

Verwaltung plant Konferenzen in den Ortsteilen

Auch an den subjektiven Markierungen der Rostocker auf der Lärmkarte macht sich der Verkehr als Hauptproblem bemerkbar. 287 von 358 Hinweisen beschäftigten sich damit. Neben der A 19 haben die Hansestädter die Tessiner Straße, L 22, Satower Straße, Südring, Dierkower Damm und kleinere Straßen wie die Haedgestraße oder die Lohgerberstraße als zu laut angegeben. Einige haben ihre Lösungsvorschläge gleich mitgeliefert. Tempo 30 Am Strande und in der Maxim-Gorki-Straße zum Beispiel. Außerdem: Verkehrsberuhigung am Vögenteich, mehr Geschwindigkeitsblitzer in der Hamburger Straße oder Flüsterasphalt auf der A 19 zwischen Kassebohm und Globus-Markt.

Zweifel an der Repräsentativität der Liste gibt es aus den Reihen der Lokalpolitik. "Ich kann mir vorstellen, dass noch viel mehr Rostocker zu diesem Thema etwas zu sagen hätten, aber von der Umfrage gar nichts mitbekommen haben", sagte der Vorsitzende des Bauausschusses, Frank Giesen (CDU). Karl Scheube (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirats Brinckmansdorf, meint: "Über die Ortsbeiräte hätte man die Diskussion viel breiter streuen können." Die Bürgerbeteiligung soll allerdings noch weitergehen, wie die Leiterin des städtischen Umweltamtes, Dr. Brigitte Preuß, versichert. Im Frühjahr seien drei Stadtteilkonferenzen geplant - für den Westen, den Osten und die Mitte Rostocks. "Dann bekommen Bürger noch mal die Möglichkeit, die größten Lärmprobleme zu benennen", so Preuß. Reimann von der LK Argus betont, dass trotz wachsender Sammlung nicht alle Fragen gleichzeitig angepackt werden können. Mit den zehn drängendsten Problemen will sich der Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) zunächst genauer befassen.

Ein Schwerpunkt soll künftig allerdings auch sein, bei der Stadtentwicklung die ruhigen Orte in Rostock zu schützen. Wo die liegen, haben die Rostocker in den vergangenen Wochen ebenfalls markiert: in den Klosteranlagen, am Jacobikirchplatz, an der Spitze der Holzhalbinsel, im Barnstorfer Wald oder am Damerower Weg zum Beispiel.

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