wirtschaft : Rostocker Fischereihafen erzielt Rekordergebnis

Holzumschlag im Rostocker Fischereihafen: Neuer Liegeplatz mit 110 Metern Kailänge geplant.
Holzumschlag im Rostocker Fischereihafen: Neuer Liegeplatz mit 110 Metern Kailänge geplant.

Tonnage wächst um 22,5 Prozent im ersten Halbjahr / Zusätzlicher Liegeplatz geplant

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01. August 2015, 08:00 Uhr

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) in Marienehe boomt wie noch nie: Mit insgesamt 734 000 Tonnen umgeschlagener Güter allein im ersten Halbjahr liegt er auf absolutem Rekordkurs. Es ist das beste Sechs-Monats-Ergebnis in 25 Jahren seit der Gründung. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 wuchs der Umschlag um satte 22,5 Prozent, umgerechnet 135 000 Tonnen.

Und der Hafen rüstet weiter nach. Eines der aktuellen Investitionsobjekte ist die Erweiterung im nördlichen Bereich. Dort ist der neue Liegeplatz 27 mit 110 Metern Kailänge geplant. An diesen Umschlagplatz schließt sich eine Fläche von 14 000 Quadratmetern an, die kürzlich zugekauft wurde. Baubeginn ist 2016 geplant. Schon die jüngsten Investitionen haben aus Sicht von Geschäftsführerin Daniele Priebe maßgeblich zum Erfolg beigetragen. „Im vergangenen Jahr wurde zum Beispiel ein dritter Hafenmobilkran angeschafft und die Be- und Entladekapazität somit deutlich erhöht“, sagt sie. Darüber hinaus seien die Hallen-Lagerkapazitäten direkt an der Kaikante um 4000 Quadratmeter erweitert worden. Diese seien inzwischen komplett vermietet, so Priebe, vor allem für die Zwischenlagerung von Düngemitteln.

Neben Getreide und Baustoffen sind die Düngemittel hauptverantwortlich für das herausragende Wachstum bei den Massengütern. Insgesamt überschritt der Fracht- und Fischereihafen in diesem Sektor die Viertelmillion-Tonnen-Marke. Allein die umgeschlagene Getreidemenge verdoppelte sich auf mehr als 60 000 Tonnen, bei Düngemitteln stieg das Volumen um 30 000 auf 130 000 Tonnen.

Im Stückgutbereich dominiert nach wie vor der Holzumschlag. Hier gab es einen Zuwachs um 60 000 Festmeter auf 463 500 Festmeter. Für das zweite Halbjahr erwartet Priebe eine Fortsetzung des Aufwärtstrends und ein Gesamtergebnis von deutlich mehr als 1,3 Millionen Tonnen. Damit hätte sich der Güterumschlag des Fracht- und Fischereihafens innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Diese Entwicklung verdankt der einstige Basisstandort der DDR-Hochseefischerei einer umfassenden Neuausrichtung hin zum leistungsstarken Universalhafen. Priebe setzt dabei auf einen starken Mix im Hafengeschäft: „Wir reagieren sehr flexibel darauf, was der Markt anfordert, schaffen entsprechende Voraussetzungen im Hafen und qualifizieren die Belegschaft regelmäßig.“ Derzeit seien insgesamt 62 Mitarbeiter an der Warnowkante in Marienehe beschäftigt, darunter drei Auszubildende.

Darüber hinaus haben sich auf dem 52 Hektar großen Gelände in den vergangenen Jahren rund 160 Firmen angesiedelt, die mit Hunderten Arbeitsplätzen für geballte Wirtschaftskraft sorgen. Sie machen den Fracht- und Fischereihafen zu einem der größten maritimen Gewerbegebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Die Branchenvielfalt vor Ort reicht von Schiffsausrüstung über Offshore-Service bis hin zu Einzel- und Großhandel sowie Kfz- und Kreativwirtschaft. Gegründet worden war der Fracht- und Fischereihafen am 2. August 1990.

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