Medizin : Rostocker entwickeln Risikotest

Forschung bei Krankheit Bauchspeicheldrüsenkrebs

svz.de von
14. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Mit neuartigen Testverfahren soll künftig das genetische Risiko für eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs erfasst werden können. Mediziner und Biotechnologen aus Greifswald und Rostock entwickeln einen ersten genetischen Risikotest für die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und den Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Das mit 2,2 Millionen Euro veranschlagte Projekt der Universitäten Greifswald und Rostock sowie der auf Gen-Diagnostik spezialisierten Rostocker Biotechnologiefirma Centogene wird mit gut einer Million Euro von Land und EU gefördert.

In dem Projekt wollen die Forscher Biomarker für die akute und chronische Pankreatitis sowie das Pankreaskarzinom identifizieren und diagnostische Tests entwickeln. Sie hoffen, aus einer einfachen Blutprobe auf das Erkrankungsrisiko schließen zu können, um möglichen Risikopatienten rechtzeitig Vorsorgeuntersuchungen empfehlen zu können. Genetische Tests zur Erkennung des Brustkrebsrisikos sind bereits etabliert. So hatte sich die US-amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie nach einem solchen Test vorsorglich die Brüste amputieren lassen. An Bauspeicheldrüsenentzündung erkranken bundesweit jährlich rund 50 000 bis 60 000 Menschen, etwa 12 000 an dem als sehr gefährlich geltenden Bauchspeicheldrüsenkrebs. Größte Risikofaktoren für die Erkrankung seien Alkoholmissbrauch und das Rauchen. Dennoch würden häufig auch vollkommen gesund lebende Menschen an der Bauchspeicheldrüse erkranken.

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass nicht beeinflussbare genetische Faktoren als Auslöser eine Rolle spielen könnten. Basis dafür sind die Daten von 1000 Patienten, die in den vergangenen Jahren an der Unimedizin in Greifswald wegen Bauspeicheldrüsenerkrankungen behandelt wurden. Mit neuen Analyseverfahren, der so genannten Next-Generation- Sequencing-Technologie, könnten Hunderte von Genen oder ganze Genome untersucht und bisher unbekannte Genmutationen identifiziert werden. Die auf genetische und biochemische Analysen spezialisierte Rostocker Firma Centogene setzt diese Verfahren bereits ein. Damit sollen auch die Biomarker identifiziert werden, die für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen verantwortlich sind.

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