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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 07:01 Uhr

Zusammenarbeit mit Afrika : Rostocker bekämpfen Ebola

vom

Unimediziner verstärken Zusammenarbeit mit afrikanischen Kliniken

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 06:25 Uhr

Die Universitätsmedizin Rostock baut die erfolgreiche Kooperation mit afrikanischen Kliniken aus. Neben der seit gut neun Jahren bestehenden Zusammenarbeit mit Kliniken in Kamerun kamen nun das Regional-Hospital in Kindia sowie das guineisch-deutsche Labor in Conakry im westafrikanischen Guinea hinzu, wie der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Schwerpunkt dieser Partnerschaft ist die Verbesserung der Patientensicherheit», sagte Reisinger. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit stellt für das Projekt rund 200 000 Euro zur Verfügung. Das Geld werde zur Weiterbildung des Krankenhauspersonals sowie zur Verbesserung der Krankenhaus-Hygiene und der Sicherheit im Laborbereich eingesetzt.

Wie der Tropenmediziner berichtete, war Guinea 2014/2015 hart von der Ebola-Epidemie betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation geht von rund 2500 Toten aus. Deshalb sollen im Labor des Hospitals in Kindia moderne Methoden zum raschen Nachweis von Ebola-Viren und von weiteren hochgefährlichen Infektionserregern eingeführt werden. «Nach der Ebola-Epidemie ist es wichtig, in den betroffenen Ländern Frühwarnsysteme einzuführen, die möglichst schnell vor einem neuen Ausbruch warnen.» Dieses frühe Erkennen von drohenden Epidemien solle durch die Vernetzung von Laboren entwickelt werden. «Zudem muss das Vertrauen der Bevölkerung in die Kliniken wiederhergestellt werden, denn oft werden sie wegen der dort erfolgten Ebola-Ansteckungen gemieden», sagte Reisinger.

Die Unimedizin Rostock ist Teil eines Netzwerks mit dem Namen «Esther», was übersetzt für therapeutische Krankenhaus-Solidarität steht und zunächst die Behandlung der HIV-Infektion in Afrika im Focus hatte. Ziel der Kooperation von Unikliniken aus zehn europäischen Ländern mit Schwerpunktkrankenhäusern in ärmeren Ländern ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung, neben HIV/Aids nun auch bei anderen Gesundheitsrisiken.

Seit 2008 ist die Rostocker Klinik in Kamerun tätig. In den Regional-Hospitälern von Limbe und Bamenda werde unter anderem heimisches Personal ausgebildet, sagte Reisinger. In Kamerun sind Schätzungen zufolge mehr als fünf Prozent der Bevölkerung mit HIV infiziert. In Deutschland ist es knapp ein Promille.

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