Rostock wird zur Schlagloch-Piste

<strong>Die Straßenwärter </strong>Bruno Scharein (l.) und Mathias Mohncke schließen tiefe Schlaglöcher in der Gehlsheimer Straße.<fotos>GeoS</fotos>
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Die Straßenwärter Bruno Scharein (l.) und Mathias Mohncke schließen tiefe Schlaglöcher in der Gehlsheimer Straße.GeoS

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03. Januar 2013, 06:55 Uhr

Rostock | Vom Frost gesprengte Asphaltdecken und Platten machen viele Rostocker Straßen und Gehwege zu einem wahren Hindernisparcours. "Seit Mitte Dezember haben wir wieder intensivere Frostaufbrüche", sagt Tief- und Hafenbauamtschef Heiko Tiburtius. Das gelte insbesondere für alte, unsanierte Straßen und Gehwege - und davon gibt es viele in der Hansestadt. Besonders schlimm sei die Situation An der Jägerbäk, in der Rigaer Straße und auf der B 103 vor Warnemünde, "um nur einige zu nennen", so Tiburtius. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Straßenmeisterei hat deswegen auch alle Hände voll damit zu tun, zumindest die größten und gefährlichsten Schlaglöcher notdürftig zu flicken. "Momentan haben wir drei Trupps mit je zwei Leuten im Einsatz", sagt Christian Martens vom Bauhof. Die Arbeiter sind mit einem Kaltmischgut ausgerüstet, das sie in die Löcher füllen und mit Zement abstreuen. "Das ist aber nur provisorisch", sagt Martens. Für langfristige Ausbesserungen sind er und seine Mitarbeiter auf trockenes Wetter und mindestens zehn Grad Celsius angewiesen, sonst hält das Material nicht. Martens hofft, in diesem Jahr schon im März mit dem dauerhaften Flicken loslegen zu können.

"Große Sorgen machen uns auch die desolaten Gehwege, bei denen sich zum Teil die Platten auflösen oder hochgedrückt werden", sagt Tiburtius. Abschnittsweise seien sie überhaupt nicht mehr nutzbar. "Das trifft vor allem Stadtteile, in denen viele Ältere wohnen, beispielsweise Reutershagen", so Tiburtius. Auch das Hansa- und Bahnhofsviertel oder die Kröpeliner-Tor-Vorstadt hätten solche Ecken. Und in Warnemünde gebe es Gehwege, "die müssten wir normalerweise teilweise sperren".

Um alle offenen Baustellen abzuarbeiten, fehlt das Geld. Für dieses Jahr steht dem Tiefbauamt eine Million Euro für Reparaturen und Instandhaltung zur Verfügung. "Das ist schon mal angemessen, vor ein paar Jahren waren es nur 500 000 Euro", sagt Tiburtius. Dennoch sei auch die Million eigentlich noch zu wenig. 2012 sei sie bereits nach sechs Monaten aufgebraucht gewesen, in diesem Jahr werde das auch der Fall sein. In den kommenden Wochen werden daher zunächst nur die kaputtesten Straßen bearbeitet. "Wir müssen Prioritäten setzen und werden nicht überall sein können", sagt der Tiefbauamtschef. Andernfalls wären grob geschätzt zwei bis drei Millionen Euro allein für die Instandhaltung nötig.

Langfristig lasse sich das Problem nur durch die grundhafte Sanierung der Straßen lösen. In diesem Jahr sollen unter anderem die Dierkower Allee, ein Abschnitt der Rigaer Straße, die Mühlenstraße in Evershagen und ein Abschnitt des Biestower Damms angepackt werden. Auch der Lückenschluss des Geh- und Radweges nach Krummendorf, der Sievershagener Weg, ein Teil des Warnowufers sowie die Schleusenbrücke stehen auf Tiburtius’ Zettel. Darüber hinaus sollen die Anastasia-, Friedrich-Franz- und Dänische Straße in Warnemünde sowie das Kreuzungsbauwerk Lütten Klein und eine Kreuzung der B 103 saniert werden. "Dann hat man wieder zehn, zwölf Jahre Ruhe", sagt Tiburtius. Und das senke auch die Instandhaltungskosten. Daher wünsche er sich, dass die Stadt mehr Geld für Sanierungen bereitstellt, um langfristig sparen zu können. "Wir müssen zu nachhaltigen Reparaturen kommen", so Tiburtius.

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