Deutsche Bahn : Rostock wird zur Bahn-Baustelle

Große Veränderung: Der Gleisbereich des Bahnhofs Warnemünde wird um 100 Meter nach Süden verschoben.
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Große Veränderung: Der Gleisbereich des Bahnhofs Warnemünde wird um 100 Meter nach Süden verschoben.

Zahlreiche Maßnahmen starten im Oktober 2015. Schwerpunkt Warnemünde: Neue Brücke und Gleisverlegung stehen an.

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02. Oktober 2014, 06:00 Uhr

Die Deutsche Bahn hat große Pläne für Rostock und Warnemünde. In den kommenden Jahren stehen eine Reihe Bauvorhaben an. „Die Gesamtkosten liegen schätzungsweise bei 30 Millionen Euro“, informiert Hans-Joachim Leddig, DB Netze-Leiter der Produktionsdurchführung. Ein Drittel der Summe wird aus dem städtischen Haushalt der Hansestadt Rostock finanziert.

Die umfassenden Maßnahmen starten am Spüldurchlass vom Alten Strom zum Seekanal. Diese Öffnung ist der einzige Zufluss der Warnow zur Ostsee. Die darüber führende Brücke wird erneuert. Bahnreisende müssen sich zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 30. April 2016 auf Vollsperrungen zwischen Warnemünde Werft und Warnemünde Hauptbahnhof einstellen. Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

„Diese Maßnahme verbessert langfristig den Fußgängerwechsel zwischen Altem und Neuem Strom“, sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Rostocker Tief- und Hafenbauamtes. Bauwerksprüfungen ergaben, dass sich die Spüldurchlässe über die Straßen Am Passierkai und Am Bahnhof sowie die drei Gleise breite Stromgrabenbrücke in einem desolaten Zustand befinden. Für die Straße Am Passagierkai soll es eine Umleitung über das Kai-Areal geben. Zuletzt folgt der Südausbau des Bahnhofs Warnemünde im Winterhalbjahr 2018/19.

Nachdem die Bürgerschaft gestern dem Beschluss zustimmte, geht die Planungsphase in die nächste Runde. Noch diesen Herbst ist eine erste Projektvorstellung im Warnemünder Ortsbeirat vorgesehen.

„Steigender Kreuzfahrttourismus und zunehmender Passagierverkehr erfordern dringendes Handeln“, warnt Arvid Kämmerer, Leiter Vertrieb und Fahrplan Ost der DB Netz AG. In den vergangenen Jahren hat die Deutsche Bahn in den Ausbau der Infrastruktur im Knoten Rostock investiert: Projekte wie der Hauptbahnhof, Verkehrslösungen im S-Bahn-Bereich sowie der Ausbau der Strecke nach Warnemünde sind bereits abgeschlossen.

„Immerhin schaffen wir die Strecke jetzt in einem 7,5 Minuten Takt. Zudem wurde der Bahnübergang an der Schwaaner Landstraße erneuert. Entsprechende Gremien haben sich seither zusammengesetzt und die Maßnahmen erarbeitet. Wir möchten die verkehrlichen und baulichen Voraussetzungen der Hansestadt verbessern“, fasst Kämmerer zusammen.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, geht es weiter: Dauerthemen sind die Bahnverbindung Berlin–Rostock sowie die Weiterentwicklung des Rostocker Überseehafens.

Innerhalb der Stadt ist der Holbeinplatz von den Baumaßnahmen betroffen. „Hier gibt es für den Fahrgastbetrieb keine Einschränkungen, doch steuert Rostock demnächst auf eine Großbaustelle zu“, sagt Leddig.

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