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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 04:59 Uhr

Kultur : Rostock wird zur Bach-Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Traditionsreiches Fest rund um den berühmten Komponisten kommt 2019 an die Küste. Verein wirbt um Förderer.

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 11:55 Uhr

Den Namen Johann Sebastian Bach kennt heute jeder. Da ist sich Prof. Markus Johannes Langer sicher. „Und mindestens in der Werbung oder als Klingelton hat auch schon jeder mal Musik von ihm gehört“, fügt Birger Birkholz hinzu. Dabei war der Name des bedeutenden Komponisten genauso wie sein Werk vor etwa 150 Jahren schon beinahe in Vergessenheit geraten. Eine Minderheit kannte und schätzte das musikalische Genie, Eingeweihte wie der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy taten ihren Teil, um Bachs Andenken zu erhalten. Der Masse jedoch war er kein Begriff.

Das 1901 ins Leben gerufene Bachfest sollte das ändern und den Komponisten nachhaltig und für ein größeres Publikum zugänglich machen – und fand seither jährlich in wechselnden Städten statt. 2019 soll es in Rostock gefeiert werden. Langer und Birkholz wurden von der Leipziger Neuen Bachgesellschaft eingeladen, es auszurichten – Kirchenmusikdirektor Langer als künstlerischer Leiter und Birger Birkholz, stellvertretender Verwaltungsdirektor des Klinikums Südstadt, als Cheforganisator. „Im vergangenen Jahr hat die Bachgesellschaft bei mir angefragt, ob wir uns das Bachfest in Rostock vorstellen könnten“, berichtet Langer. „Das ist eine große Ehre und Verantwortung, weshalb ich mich sehr gefreut, aber auch nicht sofort zugesagt habe.“

Denn das zehntägige Fest, das vom 10. bis 19. Mai 2019 stattfinden soll, muss finanziert werden. Mit rund 750 000 Euro anfallenden Kosten rechnen die Organisatoren. Die Bachgesellschaft unterstützt zwar ideell, finanziell sind jedoch andere Förderer gefragt. „Darum war ich sehr froh, in Birger Birkholz einen Mitstreiter der ersten Stunde gefunden zu haben, der auch mit Zahlen umgehen kann“, sagt Langer. Nach ersten Gesprächen mit potenziellen Förderern seien die Signale aber durchweg so positiv gewesen, dass die beiden das Risiko eingingen und bei der Bachgesellschaft zusagten.

Im November gründete sich der Bachverein Rostock, der das Andenken des Komponisten in der Hansestadt pflegen und in diesem Zusammenhang auch das Fest ausrichten soll. „Im Vorfeld wird es immer wieder Veranstaltungen geben, die schon auf das Fest hinweisen“, sagt Birkholz. So beispielsweise am 25. April im Chorhaus der Johanniskantorei, wo Pianist Matthias Kirschnereit und Susanne Winnacker, Rektorin der Hochschule für Musik und Theater, einen Bach-Abend gestalten.

Birkholz und Langer sind zuversichtlich, dass das Bachfest viele Menschen in die Hansestadt locken wird. Mit rund 20 000 Besuchern rechnen sie. Zwischen 50 und 60 Veranstaltungen von Konzerten über Vorträge bis hin zu Gottesdiensten wird es geben. Das Motto des Bachfestes – „Kontrapunkte“. „Das ist zum einen die Kompositionsweise, für die Bach als Barockmusiker in erster Linie steht“, erklärt Langer. „Das meint aber auch, dass wir bewusst Kontrapunkte setzen wollen.“ Und die sollen sowohl an ungewöhnliche Spielstätten als auch auf überraschende musikalische Pfade führen.  

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