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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 18:08 Uhr

Rostock wird Eisbrecher für immer los

vom

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2012 | 08:02 Uhr

Rostock | Das Gezerre um den Eisbrecher "Stephan Jantzen" geht in eine neue Runde. Kai Gunther Lehmann, der seit dem 17. Oktober als offizieller Eigentümer im Schiffszertifikat auftaucht, hat den Eisbrecher in "König Ludwig II. von Bayern" umbenannt. Nach anhaltenden Streitigkeiten mit der Stadt, bei denen es um Geld geht, hat Lehmann jetzt angekündigt, sein Schiff in der kommenden Woche aus Rostock wegschleppen zu lassen. Dazu hat er sich bereits Angebote der "World Towage & Slavage Corporation" eingeholt, was Dokumente belegen. Am Sonntag will der 57-Jährige selbst nach Rostock kommen, um mit den Mitarbeitern des Schlepper-Unternehmens alles Weitere zu besprechen.

"Theoretisch könnte es schon am Montag losgehen, doch eine vernünftige Abrechnung mit der Stadt steht noch aus", so Lehmann. Wohin das Schiff kommen wird, das konnte Lehmann noch nicht konkret beantworten.

Streit um offene Liegeplatzgebühren

Optionen seien jedoch Werften in Litauen, Portugal oder der Türkei. Ob das Schiff überhaupt bereit dazu ist, geschleppt zu werden, das sollen zunächst Mitarbeiter von der See BG klären. "Dort habe ich am 29. Oktober angefragt. In den kommenden Tagen wird das Schiff begutachtet", so Lehmann. Er geht davon aus, dass es zu keinen Problemen kommt.

Hafenkapitän Gisbert Ruhnke wurde von Lehmann bereits über die geplante Verschleppung des Schiffes informiert. Ruhnke zufolge könne Lehmann Rostock grundsätzlich jederzeit verlassen, jedoch gibt es noch offene Rechnungen, die er bezahlen soll. Dazu zählen die Liegeplatzgebühren, Bewachungskosten und Strom. Insgesamt steht noch ein Betrag im sechsstelligen Bereich aus.

Lehman erwägt einstweilige Verfügung

Lehmann sieht nicht sich, sondern den bisherigen Betreiberverein in der Pflicht, die Rechnungen zu begleichen. Die ehemalige "Interessengemeinschaft Eisbrecher Stephan Jantzen" hatte das Schiff drei Jahre lang betrieben. Mittlerweile hat sich der Verein in "Technische Flotte Rostock" umbenannt. Lehmann begründet seine Auffassung damit, dass er keinen neuen Liegevertrag mit der Stadt geschlossen hat. Den vorhandenen wollte er nicht auf seinen Namen umtragen lassen. Auch weil er sich erhofft hatte, bessere Konditionen zu bekommen. Falls Lehmann nicht aus Rostock fahren darf, will er eigenen Angaben zufolge eine einstweilige Verfügung vom Amtsgericht Rostock erwirken.

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