Nienhagen : Rostock will Wohnen in Nienhagen verbieten

Aus Ferienwohnungen sollen Wohnungen werden.
Aus Ferienwohnungen sollen Wohnungen werden.

Klausel beschränkt Wachstum der Nachbargemeinden / Ferienhäuser sollen umgewandelt werden

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21. Januar 2016, 12:00 Uhr

In Nienhagen sollen 30 Ferienwohnungen zu Wohnungen umgewidmet werden. Die Hansestadt Rostock hat dieser Planung aber erst mal einen Riegel vorgeschoben.

Denn das Maß, in dem die Landkreisgemeinden wachsen dürfen, ist reglementiert – auf drei Prozent des Wohneinheitenbestandes, den sie am 31. September 2009 hatten. Das Ostseebad Nienhagen sowie die Gemeinden Rövershagen und Kritzmow sind eigentlich privilegiert – „für eine über den Eigenbedarf hinaus gehende Wohnflächenentwicklung“, heißt es aus der Verwaltung. Das wurde im Fall von Kritzmow aufgrund deren Nähe zu Rostock, der Eignung als Alterssitz bei Nienhagen und aufgrund der Eigenschaft als ehemaliger ländlicher Zentralort im Fall von Rövershagen so festgelegt – im Stadt-Umland-Entwicklungsrahmen (SUR). Allerdings darf das nur „im Rahmen interkommunaler Abstimmungen und Vereinbarungen realisiert werden“, heißt es aus dem Amt.

Da hatte Nienhagen gepatzt – zumindest laut der Stadtverwaltung. Schon am 27. Juni 2005 hat Rostock die Stellungnahme rausgegeben, dass in Nienhagen aus den Ferienhäusern der kleinen Siedlung keine Wohnungen werden dürfen. Entstanden seien die Wohnungen dennoch, sagt Stadtentwicklungsamtsleiter Ralph Müller. „Wir werden das jetzt doch nicht noch legitimieren“, kommentiert der Amtsleiter im Bau- und Planungsausschuss.

Relativ engstirnig findet das der Vorsitzende Frank Giesen (CDU). Es sei eindeutig, dass die Menschen damit nur in Rostock gehalten werden sollen – „und das, obwohl wir nicht mal genug Wohnungen in Rostock haben“. Das dementiert Müller. Die Planungen laufen.

Es gebe schon für 4000 Wohnungen Baurecht. Mit anderen Bauplänen, die in Arbeit seien, käme es sogar auf 6500 Wohnungen bis 2018. In Biestow und Gehlsdorf sollen bis zu 1300 Wohnungen geschaffen werden. Für die Härte gegen Nienhagen gab es dennoch wenig Verständnis im Ausschuss. Und ein bisschen rudert Rostock auch wieder zurück. Am Dienstag vergangener Woche trafen sich Amt und Gemeindevertreter im für Nienhagen zuständigen Amt Bad Doberan-Land. „Es war ein konstruktives Gespräch zu bauplanungsrechtlichen Möglichkeiten der Neuordnung des Ferienhausgebietes“, heißt es aus dem Amt. Allerdings müsse der Gesamtkontext der zukünftig angestrebten gemeindlichen Entwicklung betrachtet werden. Heißt: Womöglich verzichten andere Umlandgemeinden auf Wohnungsbau und die Nienhäger dürfen in ihrer dann einstigen Ferienhaussiedlung wohnen bleiben. Die Gespräche laufen weiter.

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