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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 06:28 Uhr

energiewende : Rostock will Windpark verhindern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadt gibt neue Stellungnahme zum Landesraumentwicklungsprogramm ab / Vor Warnemünde droht noch immer ein Offshore-Gebiet

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 17:30 Uhr

Das Rathaus schlägt Alarm: Sollte das Landesraumentwicklungsprogramm MV in seiner aktuellen Form umgesetzt werden, sind Hanse Sail, Warnemünder Woche, Kreuzschifffahrt, Tourismusbranche und Jobmotor Hafen in Gefahr. Denn auch in der überarbeiteten Version ist die Ostsee vor Warnemünde noch immer für Offshore-Windkraftanlagen reserviert, das Gebiet vor Markgrafenheide hingegen ist vom Tisch.

„Die Ausweisung des neuen marinen Vorranggebietes ist zu streichen“, fordert die Stadt in ihrer Stellungnahme, die sie Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) vorgelegt hat. Die Anlagen würden die Landschaft beeinträchtigen, Touristen verscheuchen und die Navigation der Schiffe behindern. „Unverbaute Küsten und die einzigartige Naturlandschaft sind Alleinstellungsmerkmale der Mecklenburgischen Ostseeküste und ein wichtiger Buchungsgrund“, schreibt die Verwaltung. Das hätten die Besucher der Stadt in einer Befragung bestätigt. Am wichtigsten sind ihnen demnach natürliche Bademöglichkeiten, Landschaft und Natur sowie Atmosphäre und Flair. „Der geplante Bau von Windkraftanlagen vor der Küste würde die genannten Faktoren unmittelbar negativ beeinflussen“, so die Verwaltung. „In der Folge muss mit einem Rückgang der Gästezahlen gerechnet werden.“

Darüber hinaus würden die Hanse Sail und Warnemünder Woche deutlich unattraktiver für große Segelschiffe und kleine Regattaboote. Sie könnten nicht mehr so freizügig navigieren. Dabei sorge allein die Hanse Sail für zusätzliche wirtschaftliche Effekte in Höhe von 80 Millionen Euro. Ohne die vielen Großsegler sei diese Dimension nicht zu halten.

Die Navigationseinschränkung gelte auch für die Hauptzufahrt in den Überseehafen aus Richtung Nordwesten. Abgesehen vom Wettbewerbsnachteil für den Hafen durch Zeitverlust könne „ein Windpark unmittelbar an einem Knotenpunkt des Seeverkehrs im Ostseeraum zu einem Sicherheitsrisiko für die Schifffahrt werden“, so die Verwaltung. Fähr- oder Tankerunglücke mit schwerwiegenden Folgen für Menschen, Natur und Tourismus würden wahrscheinlicher.

In ihrer Stellungnahme kritisiert die Stadt zudem, dass die geplante Anbindung von Offshore-Windpark-Stromtrassen in Markgrafenheide einer möglichen östlichen Hafenerweiterung im Weg steht. Die bis zu elf Kabelsysteme mit einer Gesamtbreite von 110 Metern würden benötigte Spülfeldkapazitäten zu stark begrenzen. Außerdem würden die Flächen für Industrie und Gewerbe dadurch so klein, dass sie nicht mehr wirtschaftlich vermarktet werden könnten. Daher solle statt Markgrafenheide lieber Börgerende als Anlandepunkt für die Kabeltrassen genutzt werden. Zusätzlich sei ein neuer Verbindungspunkt zwischen Rostocker Heide und Dierhagen sinnvoll.

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